Kharchenkov jagt deutschen march-madness-traum – 18 punkte rocken san josé
Die Wildcats spucken Feuer, und mittendrin ein Deutscher: Ivan Kharchenkov schreibt in Indianapolis College-Geschichte mit. Sein 79:64 gegen Purdue katapultiert Arizona ins Final Four – und ihn selbst in die Riege derer, die den letzten deutschen Titel seit Niels Giffey 2014 wiederholen wollen.
Kharchenkovs freshman-jahr wird zur heldenreise
Erst zwölf Monate an der Uni, schon jetzt Spielmacher: 18 Punkte, acht Rebounds, keine Nerven. Kharchenkov zerlegt die Boiler-Makers mit dem kühlen Blick eines Veteranen. Die Arizona-Bank explodierte, als der 19-Jährige im dritten Viertel zwei Dreier versenkte und den Vorsprung auf 15 schraubte. Die Scouts in den Reihen notieren sich das Datum: 29. März 2026 – möglicher Geburtstag eines neuen deutschen NBA-Kandidaten.
Im Halbfinale wartet nun entweder Malick Kordel von Michigan oder Tennessees Turbo-Defense. Beide Szenarien versprechen ein deutsches Duell auf höchstem Niveau. Kordel, ein Combo-Guard aus Berlin, könnte zum ersten Mal seit 2013 wieder ein „All-German“-Final garantieren – seinerzeit sahen Rödl und Ast im letzten deutschen Finaleinstand.

Die deutsche college-dynastie lebt auf
Giffey, Tolksdorf, Wolf – die Namen sind Programm. Seit Henrik Rödl 1993 mit North Carolina jubelte, schreibt Deutschland regelmäßig mit. Kharchenkov tritt nun in diese Fußstapfen, allerdings mit einem Unterschied: Er spielt sein erstes Jahr in den USA und steht schon vor dem größten Bühnen-Moment. Die letzten deutschen Sieger brauchten mindestens zwei College-Jahre, bis sie den Pokal hoben.
Die TCU Horned Frogs schafften übrigens auch den Sprung ins Viertelfinale – ohne Clara Bielefeld. Die 18-jährige Nationalspielerin saß gegen Virginia 40 Minuten lang auf der Bank, trotzdem lachte sie nach dem 79:69: „Wir leben weiter, und ich bereite mich auf Berlin vor.“ Die Heim-WM im September rückt näher, dort will sie mit der DBB-Auswahl erstmals seit 2005 wieder eine Medaille holen.
64 Teams begannen das Turnier, vier sind übrig. Der deutsche Traum lebt – und er hat ein Gesicht: Ivan Kharchenkov, früher Bayern-Jugend, heute Arizona-Held. Indianapolis erwartet ein Fest, das Millionen vor den Fernseher zieht. Wer jetzt noch schläft, verpasst die nächste deutsche Basketball-Sensation.
