Kerr jagt phil jackson: 600 siege in 943 spielen – nur drei trainer waren schneller

Steve Kerr blickt nicht zurück, er fliegt. Mit dem 123:112 gegen die Washington Wizards schraubte der Chef der Golden State Warriors seine Regular-Season-Bilanz auf 600-343 und rückt in den seltenen Kreis jener Trainer vor, die ihre 600. Parade vor Spiel Nummer 1000 feiern. 943 Spiele – nur Phil Jackson (805), Pat Riley (832) und Gregg Popovich (887) hatten weniger Gelegenheiten nötig.

Die zahl, die kerr selbst überrascht

Die zahl, die kerr selbst überrascht

„Surreal“, murmelte er im Interview, während die Crew das Spielgerät einpackte. „Meinen Namen neben Phil, Pat und Pop zu hören, ist wie ein VR-Headset: Ich weiß, dass es real ist, aber es fühlt sich trotzdem künstlich an.“ Die Stimme brach, die Kappe rutschte tiefer. Dann schnappte er sich die nächste Plattitüde und warf sie weg: „Ohne Talent gewinnt man hier nichts. Ich hatte von Tag eins an ein All-Star-Team im Alltag.“

Die Wahrheit in der Zahl: Kerr hat mit den Warriors vier Titel geholt, 73 Siege in einer Saison eingefahren und dabei nie vergessen, dass er einst selbst die Bälle versenkte. 601 Siege schaffte er als Spieler, nur Don Nelson war vor ihm Spieler- und Coach-600er. Die Liste der Doppel-600er ist damit so kurz wie ein Step-back von Stephen Curry.

Doch die Gegenwart nagt. Die Warriors stehen bei 33-35, Platz neun im Westen, das Play-in-Ticket ist kein Geschenk, sondern eine Zitterpartie. Draymond Green fehlte wieder, Klay Thompson trifft nur noch jeden zweiten Dreier, und die Defense wirkt wie ein offenes WLAN: jeder kann sich einklinken. Die fünf Siege davor, die den Meilenstein verzögerten, waren kein Zufall – sie waren Warnung.

Kerr weiß das. Er spricht nicht vom achten Titel, sondern vom nächsten Training. „Wir haben keine Zeit für Museen“, sagte er und steckte sich die Statistik in die Tasche, als wäre sie ein Draft-Pick. Die Geschichte ist gebucht, die Zukunft ungeschrieben – und sie beginnt morgen früh mit einem Video-Cut über defensive Rotationen.