Arminia stoppt freien fall – elversberg kommt zur besten stunde

Mit dem Schlusspfiff jubelte selbst der sonst so kontrollierte Mael Corboz wie ein Schuljunge. Sein Foulelfmeter zum 2:2 gegen Paderborn war mehr als ein spätes Geschenk – er war der Beweis, dass Arminia Bielefeld doch noch ein Herz schlägt.

Drei Niederlagen in Serie, Tabellenplatz 15, nur zwei Punkte Luft bis zur roten Zone – die Lage war klar. Jetzt hat der DSC wieder einen Punkt, wieder Selbstvertrauen und vor allem wieder einen Plan: weitermachen, bis die Beine streiken.

Grodowski und die macht der kleinen ziele

Joel Grodowski traf zum neunten Mal in dieser Saison. Für ihn zählt nur die Zahl, nicht die Theorie. „Jeder Punkt zählt“, sagt er mit der Stimme eines Mannes, der weiß, dass der Abstiegskampf kein Sprint, sondern ein Viertelmarathon ist. Seine neun Treffer bedeuten so viel wie ein kleines Polster, sie sind das Salz in der Suppe eines Teams, das lange nur noch Brei kochte.

Mitch Kniat redet nicht lange um den heißen Brei. Er weiß, dass sein Klub gegen Paderborn erneut einem Rückstand hinterherlief, dass die Defensive wackelt. Er weiß auch, dass seine Mannschaft „niemals aufgibt“. Das klingt nach Klischee, ist aber der einzige Grund, warum Bielefeld noch nicht auf Platz 17 steht.

Der kalender lügt nicht: elversberg wartet

Der kalender lügt nicht: elversberg wartet

Am Freitag geht’s zur SVE, Tabellendritter, Aufstiegskandidat, Angstgegner. Das Hinspiel gewann der DSC 2:0, Grodowski traf. Die Erinnerung ist frisch, die Rechnung auch: drei Punkte in der Pfalz und der Vorsprung auf Magdeburg wächst auf fünf Zähler. Verliert Bielefeld, rückt der BVB-Nachwuchs aus Münster oder der KSC aus Kiel wieder heran. Der Spielplan ist ein offenes Messer.

Die DFL-Unterlagen liegen bereits, für Liga zwei und drei. Das klingt nach Bürokratie, ist aber die Visitenkarte eines Klubs, der sich selbst nicht ausgeliefert sehen will. Wer die Papiere fristgerecht einreicht, glaubt an die Zukunft – oder zumindest daran, dass es eine gibt.

Corboz wird vor dem Auswärtsspiel wieder ruhiger sein, das weiß er. Die 90 Minuten in Elversberg werden zeigen, ob der Punkt gegen Paderborn der erste Schritt nach oben war oder nur eine Atempause vor dem nächsten Sturz. Die Antwort bekommt der DSC am Freitagabend, 20.30 Uhr, live im Stadion an der Kaiserlinde. Bis dahin zählt nur eins: Beine still, Kopf klar – und vielleicht wieder ein Elfmeter in letzter Minute.