Kenianer überrennen madrid: kibet und chepngetich laufen die stadt platt
Levy Kibet spuckte 21,097 km lang Staub, und Madrid schluckte. 1:00:49 h brauchte der 24-Jährige, um die 25. Ausgabe des Movistar Madrid Medio Maratón zu zerlegen – eine Minute schneller als sein Landsmann Shadrack Kipkurui Kenduiywo (1:01:48) und damit so souverän, dass selbst die Cibeles-Fontäne kurz den Atem anhielt.
Die Hauptstadt war ein einziges Pulssignal. Mehr als 30.000 Läufer drückten die Asphalt-Seismographen auf 36 °C Hitzegipfel, 36 % kamen aus dem Ausland, 17 Autonomiegemeinschaften schickten ihre Schnellsten. Doch die Uhr sprach eindeutig: Kenias Flagge weht oben.
Ein debütant und ein ewiger verfolger
Hinter Kibet schob sich Berihun Moges Kedebe aus Äthiopien auf Rang drei – der Mann lief seinen allerersten Halbmarathon und schon 1:02:08 h. Man sah ihm an, dass er noch Luft hatte, doch die Ebene von Castellana war an diesem Sonntag einfach kenianisches Territorium.
Spaniens Hoffnungsträger Juan Antonio „Chiki“ Pérez, frisch gebackener Nationalmeister 2024, stemmte sich mit 1:04:24 h gegen die Wand und wurde Achter. „Ich habe versucht, mit deren Rhythmus mitzugehen, aber ab Kilometer 12 war ich im roten Bereich“, sagte er mit verschmiertem Salzgesicht. Seine Joma-Schuhe wirkten wie Kinderschlitten gegen ein Rennauto.

Frauenrennen: duell auf augenhöhe, sieg auf der zielgeraden
Ludwina Chepngetich und Jedidah Chepkemoi lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Duell, das die Madrilenen zum Klatschen brachte. 1:08:30 h gegen 1:08:59 h – 29 Sekunden trennen Freundinnen von derselben Hochlandfarm. Caroline Jebet Korir machte das kenianische Trio komplett (1:10:28 h).
Unter den spanischen Läuferinnen herrschte Fátima Ouhaddou alleinige Vorherrschaft. 1:13:52 h bedeutete vierte Gesamtplatzierung – und ein neues persönliches Limit. „Die Jungs da vorne sind einfach ein anderer Planet“, sagte sie und lachte, während ihre Schrittfrequenz-App noch 185 spm anzeigte.
Die Veranstalter rechneten mit Rekorden, doch niemand hatte damit gerechnet, dass Kenia gleich vier Podeststufen klauen würde. Die Statistik nagelt es fest: Seit 2019 stand nur ein einziger Nicht-Kenianer auf dem Siegerpodest – 2026 will Madrid das Jubiläum feiern, doch schon jetzt steht fest: Wer gewinnen will, muss zuerst die Höhenläufe von Eldoret absolvieren.
