Cardona schlägt wieder zu: gold im sprint nach olympia-triumph
Zwei Hundertstelsekunden. Das ist alles, was zwischen Oriol Cardona und dem Schweizer Lietha lag – und trotzdem fühlte sich der Sieg in Val Martello an, als hätte der Katalane die gesamte Strecke allein für sich gehabt. Nur Wochen nach seinem historischen Olympia-Gold bei den Spielen von Mailand-Cortina gewann Cardona den Weltcup-Sprint in Italien mit einer Zeit von 2:56 Minuten und ließ keinen Zweifel daran, wer derzeit den Skicross-Sprint dominiert.
Ein rennen, das er von anfang an kontrollierte
Cardona machte seine Absichten früh klar. In der ersten Kurve gab es Gedränge – ein kleiner Moment der Unordnung, den er mit kühlem Kopf überstand, ohne unnötige Risiken einzugehen. Genau das unterscheidet ihn gerade von den anderen: Er gewinnt nicht durch Spektakel, sondern durch Präzision.
Vor dem ersten Diamantabschnitt setzte der Bañolaner seinen entscheidenden Zug an, schob sich an die Spitze und ließ Nikita Filippov und Lietha hinter sich. Die beiden kämpften verbissen um Platz zwei, während Cardona in der Stiefelzone bereits eine komfortable Lücke öffnete. In der letzten Transition vor dem Schlussanstieg führte er einen schnellen, effizienten Wechsel aus – und das Rennen war entschieden.
Lietha sicherte sich mit einer starken Abfahrt den zweiten Platz, Filippov beendete das Rennen als Dritter mit einer Zeit von 3:02 Minuten. Der zweite Spanier im Feld, Biel Pujol, kam auf dem sechsten Platz ins Ziel – Zeit: 4:25 Minuten.

Alonso und die spanischen frauen kämpfen sich durch
Ana Alonso, die am Samstag gemeinsam mit Cardona Bronze im Mixed-Relay geholt hatte, fand im Einzel-Sprint nicht die gleiche Leichtigkeit. Sie beendete das Rennen auf dem sechsten Platz mit einer Zeit von 4:04 Minuten – kein Desaster, aber weit entfernt vom Podium.
Die restlichen Spanierinnen verteilten sich im Mittelfeld: Anna Huguet auf Platz zehn, María Ordóñez auf Platz dreizehn und María Costa auf Platz sechzehn. Den Sieg bei den Frauen holte sich die Französin Emily Harrop in 3:21 Minuten – souverän und ohne ernsthafte Gegenwehr.

Was dieser sieg über cardona sagt
Es wäre einfach, diesen Weltcup-Triumph als logische Fortsetzung der Olympia-Euphorie abzuhaken. Aber das wäre zu kurz gedacht. Wer nach einem Goldmedaillengewinn bei Olympischen Spielen sofort wieder auf Weltcup-Niveau liefert, hat keinen Formhoch – der hat eine Konstanz entwickelt, die sich kaum mehr erschüttern lässt.
Cardona ist derzeit schlicht nicht zu greifen. Zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten klingen knapp. Das Gefühl auf der Strecke war ein anderes.
