Kehl raus: warum dortmund den sportchef jetzt opfert und was wirklich hinter der trennung steckt

Sebastian Kehl muss gehen – und niemand ist wirklich überrascht. Nach drei Jahren voller Transferfehler, interner Machtkämpfe und verpasster Titel zieht Borussia Dortmund die Reißleine. Die Trennung ist folgerichtig, aber keineswegs gerecht.

Der 46-Jährige war zum Sündenbock mutiert. Transfer floppt? Kehl. Kein Neuzugang? Auch Kehl. Zu teuer, zu langsam, zu unentschlossen – das Narrativ war schnell geschrieben. Dabei war Kehl kein Inkompetenter. Er holte Karim Adeyemi, verkaufte Niclas Füllkrug mit Gewinn und landete mit Maximilian Beier und Serhou Guirassy zwei heißbegehrte Offensivkräfte. Doch applaudiert wurde selten. Geschossen wurde schnell.

Machtlos im schatten von watzke und ricken

Machtlos im schatten von watzke und ricken

Im Verein hatte Kehl nie Rückendeckung. Hans-Joachim Watzke war nie sein Fürsprecher. Als Lars Ricken als „Chief Soccer Officer“ über ihm installiert wurde, war klar: Kehl ist erledigt. Ein Einzelkämpfer in einem Verein, der klare Hierarchien liebt – und bei dem der Sportdirektor plötzlich nichts mehr zu sagen hatte.

Die großen Momente blieben aus. Das 2:2 gegen Mainz 2023, das die Meisterschaft kostete. Das 0:2 in Wembley gegen Bayern. Kehl stand an der Seitenlinie, aber die Verantwortung lag allein bei ihm. Hätte Dortmund einen Titel geholt, würde heute anders über ihn gesprochen. So bleibt ein Sportdirektor ohne Trophäe – und ein Verein, der wieder von vorne beginnt.

Kehl bekommt seine Chance woanders. Dortmund bekommt die Ruhe, die es nie hatte. Die Trennung ist spät – aber richtig. Für beide.