Kaua santos fällt erneut aus – zetterer bekommt die nächste zitter-chance

16 Sekunden. So kurz war die Hoffnung, dass der Horror von April 2025 endgültig vorbei ist. Dann trat Igor Matanovic unglücklich auf, das Knie verdrehte sich, und Eintracht-Keeper Kaua Santos schlug sich erneut die Hände vors Gesicht – diesmal vor Schmerz, nicht vor Frust.

Das innenband ist gerissen, das kreuzband blieb heil

Die Diagnose: Innenbandriss rechts, mehrere Wochen Pause. Das Kreuzband, das ihn nach dem Maddison-Crash neun Monate lahmgelegt hatte, hält. Ein Glück, das niemand im Stadion so recht wahrhaben wollte. Denn wer Santos’ Gesicht sah, sah vor allem eins: Angst vor der Zukunft.

Robin Koch lief sofort herbei, legte den Arm um den 22-Jährigen, flüsterte etwas. Kapitäns-Trost. Die Kamera fischte die Szene heraus, die sozialen Kanäle feierten „Menschlichkeit pur“. Santos selbst humpelte mit Tränen in den Augen in die Kabine. Die Eintracht twitterte kurz darauf: „Wir sind bei dir, Kaua!“ – ein Satz, der inzwischen Routine hat.

Michael zetterer spielt sich warm – wieder einmal

Michael zetterer spielt sich warm – wieder einmal

Der Mann, der diesmal profitiert, stand schon zweimal in dieser Saison zwischen den Pfosten – und schwankte. Michael Zetterer bekam gegen Freiburg einen Kaltstart voller Paraden, 49. Minute: Handball-Reflex gegen Grifo, Jubel wie nach einem Titel. Nach dem Abpfiff atmete er tief durch: „Ich bereite mich jede Woche vor, damit ich da bin, wenn ich gebraucht werde.“ Klingt nach Standard, ist bei ihm Realität. Immer diese Warterei.

Trainer Albert Riera hatte ihm vor Tagen noch gesagt: „Wenn du Nummer 1 werden willst, musst du jeden Tag beweisen, dass du bereit bist.“ Die Chance kam früher als gedacht – und könnte länger dauern. Santos fällt mindestens sechs Wochen aus, wer danach im Kasten steht, entscheidet sich auf dem Trainingsplatz Sossenheim. Dort wird nicht mehr nur geschwitzt, sondern auch gerechnet: Drei Torhüter, ein Platz, null Gnade.

Die frage der dauerlösung stellt sich neu

Die frage der dauerlösung stellt sich neu

Die Zahlen sprechen für Zetterer: In zwölf Pflichtspielen kassierte er 14 Gegentore – kein Spitzenwert, aber stabil. Santos kam auf 17 Gegentore in neun Partien, dazu zwei Ausfälle durch Verletzung. Vertrauen auf Raten. Die sportliche Führung schweigt sich über Sommer-Planungen aus, doch intern kursiert ein Name: Lennart Grill. Der Leipziger Leih-Torwart darf für fünf Millionen fest verpflichtet werden. Eine Ablöse, die nur fällt, wenn der Stammkeeper dauerhaft ausfällt. Santos’ Verletzungspech könnte also weitreichender sein als gedacht.

Für den Brasilianer beginnt die nächste Reha. Wieder das rechte Knie, wieder die Angst, die Karriere könnte sich in Frankfurt auf 16 Sekunden reduzieren. Für Zetterer beginnt der nächste Versuch, endlich mehr zu sein als nur Notlösung. Die Saison ist am Wendepunkt – und der Mann, der sie retten soll, hieß bislang immer nur kurz: Ersatz. Mal sehen, wie lange der Name diesmal übersteht.