Kassel huskies verspielen 2:0-führung – krefeld feiert aufstieg
Die Kassel Huskies haben sich den Traum vom DEL-Aufstieg in nur 40 Minuten kaputtgespielt. Nach einem 2:0 aus ihrer Sicht brach das Team im zweiten Drittel ein, kassierte fünf Gegentore in Serie und verlor das vierte Finalspiel in Folge gegen die Krefeld Pinguine. Die Serie endet 4:0, die Meisterschaft der DEL2 geht an den Rhein – und die Frage, ob Krefeld überhaupt nach oben will, bleibt offen.
Yannik valenti und tristan keck versprechen viel – dann kommt der k.o.
Valenti traf nach sieben Minuten, Keck erhöhte vor der ersten Pause. Die Eissporthalle tobte, 3.800 Zuschauer glaubten an das Wunder. Doch zwei Schnelltreffer kurz vor der zweiten Sirene rissen die Seelen aus den Körpern. Im Schlussdrittel war Kassel nur noch ein Schatten, Krefeld schob drei weitere Scheiben ins Netz. Torhüter Niklas Treutle war nach dem 2:3 machtlos, danach kam nichts mehr.
Die Statistik ist gnadenlos: vier Finalspiele, vier Niederlagen, 7:16 Tore. Trainer Bill Stewart stand nach der Schlusssirene lange allein an der Bande, die Spieler ließen die Köpfe hängen. „Wir haben die Geschwindigkeit nicht durchgehalten“, sagte Kapitän Alexander Heinrich mit heiserer Stimme. „Krefeld hat jeden Fehler bestraft – und wir haben zu viele gemacht.“

Krefeld darf, muss aber nicht – lizenzfrage offen
Die Pinguine haben als Meister das Aufstiegsrecht, nicht die Aufstiegspflicht. Finanzielle Auflagen, Stadionanforderungen und ein DEL-Einstiegsgeld von 2,5 Millionen Euro stehen auf der Liste. Geschäftsführer Stefan Wagner ließ sich nach dem Spiel nicht festnageln: „Wir feiern heute, morgen analysieren wir.“ In der Vergangenheit verzichteten Clubs wie Bietigheim oder Kaufbeuren trotz Titel auf den Sprung. Die Liga wartet auf ein Signal.
Für Kassel beginnt sofort die Planung für die neue Saison. Sportdirektor Jan Štaubig kündigte personelle Konsequenzen an: „Wir wollen aufsteigen, aber dafür brauchen wir 60 Minuten Eishockey, nicht 25.“ Die Verträge von sieben Stammkräften laufen aus, darivon kein einziger deutscher Nationalspieler. Die Fans fordern auf sozialen Netzwerken eine klare Linie – und einen neuen Mentalitäts-Coach.
Das letzte Aufstiegsrennen der Huskies liegt 26 Jahre zurück. Seitdem wurde dreimal zweiter Platz, zweimal dritter – und jetzt wieder ein Finalsweep. Die Uhr tickt, die Eisfläche in der Eissporthalle muss im Mai abgebaut werden. Bis Oktober bleibt Zeit, die Wunden zu heilen. Ob es reicht, die eigene Geschichte zu ändern, steht auf einem anderen Blatt.
