Karanka feiert loyalität: pitarch und mosquera wählen spanien statt marokko und kolumbien

Aitor Karanka sprach mit stahlernem Ton. „Das ist kein PR-Satz, das ist DNA“, sagte der Entwicklungsdirektor der RFEF am Mittwoch in Las Rozas. Er meinte Thiago Pitarch und Cristhian Mosquera, zwei Spieler, die trotz werbender Fahnen anderer Länder an Spanien kleben bleiben – und damit ein Signal setzen, das der Verband dringend braucht.

Ein mittelfeld-ass und ein abwehrchef, die nein sagen zu kolonial-anrufen

Ein mittelfeld-ass und ein abwehrchef, die nein sagen zu kolonial-anrufen

Pitarch, 18, Mittelfeld-Ass von Real Madrid, hätte auch das marokkanische Trikot tragen können. Mosquera, 20, Innenverteidiger von Arsenal, lag mit seiner kolumbianischen Herkunft ebenso auf dem Zettel beider Nationalteams. Doch sie sagten Ja zur roten Fahne. Karanka: „Thiago steht exemplarisch für die Arbeit, die wir in der Akademie leisten – nicht Technik, sondern Identität.“

Die Szenerie im Auditorium der Ciudad del Fútbol war fast schon liturgisch: Neben Karanka saßen Martín Zubimendi und Borja Iglesias, beide Weltmeister in der DNA, beide einst selbst jene Jungs, die zwischen zwei Passen wählten. Iglesias lachte, dann wurde er schnell ernst: „Man muss die Etappen genießen. Wenn die U-19 ruft, renne ich heute noch.“ Zubimendi pflichtete ihm bei: „Motiviert enorm, wenn ein Junge sich bewusst für unsere Kultur entscheidet – das ist Erziehung, nicht Marketing.“

Die RFEF schickt damit eine klare Botsung in die Umkleidekabinen Europas: Wer hier trainiert, soll spüren, dass Spanien mehr ist als ein Zwischenstopp. Der Verband kämpft seit Jahren gegen das Phänomen der Doppel-Pässe. Pitarch und Mosquera liefern nun lebende Beweise, dass das Projekt greift. Karanka: „Wir messen nicht nur Sprintwerte, wir messen Herzschlag – und der schlägt hier.“

Lo que nadie cuenta: Hinter den Kulissen haben Analysten monatelang Videos geschnitten, in denen die Jungs spanische Hymne mitsingen – ein psychologisches Druckmittel, das nun Früchte trägt. Die Zahl, die dafür spricht: 14 Spieler mit Migrationshintergrund haben seit 2020 die spanische Elite gewählt, sieben weitere abgewinkt.

Am Ende bleibt ein Satz, der in den Fluren von Las Rozas hallt: „Wir wollen keine Mercenarys, wir wollen Patrioten.“ Und mit Blick auf Pitarch und Mosquera hat Spanien gerade zwei neue Rekruten gewonnen – nicht durch Verträge, sondern durch Überzeugung.