Kabakov pfeift spaniens olympia-kracher – und trägt eine 2019er-vergangenheit mit sich

Georgi Kabakov hat Spanien längst im Griff. Am Montag leitet der Bulgare erstmals die absolute Furia Roja – doch im Rückspiegel steht ein 4:1-Sieg der U21 gegen Frankreich, den er 2019 pfeifend mitgestaltete. Damals trafen Oyarzabal, Olmo und Fornals. Genau jene Trio, das nun im RCDE Stadium für Olympia-Gold sorgen soll.

Ein schiedsrichter mit spanien-dauer im kopf

Kabakov, 1986 in Plovdiv geboren, ist kein Unbekannter im spanischen Lager. 2013 wurde er international, nur zwei Jahre später stand er zwischen den Seitenlinien, als De la Fuentes U19 gegen Russland unterlag. Spanien verlor 1:3, zog aber ins Finale ein und gewann den Titel – gegen dieselben Russen. In der Startelf: Unai Simón, Mikel Merino, Rodri, Marco Asensio, Dani Ceballos. Ein Who-is-Who des heutigen Kaders.

Seine Champions-League-Bilanz gegen spanische Teams liest sich wie ein Krimi: nur ein Sieg fiel für LaLiga-Vertreter aus, damals mit Valencia 2:1 gegen Manchester United. Danach folgten vier Partien ohne spanischen Happy End: Real remis gegen Brügge, Sevilla remis gegen Wolfsburg, Athletic unterlag in Rom, Real Sociedad kassierte daheim eine Niederlage gegen United. Statistik lautet: 1 Sieg, 2 Remis, 1 Niederlage – weder makellos noch desaströs, aber eben keine Trophäe.

Var-panne sorgte für bulgarien-sperre

Var-panne sorgte für bulgarien-sperre

Die Saison 2023/24 hätte Kabakov fast komplett verschlissen. Im Oktober suspendierte die Bulgarische Fußball-Union (BFU) ihn und Assistent Vladimir Valkov auf unbestimmte Zeit, weil sie im Spiel Slavia Sofia gegen Lokomotiv (2:0) wichtige VAR-Eingriffe verpasst hatten. Die Entscheidung schwappte bis in die europäische Schiedsrichter-Zentrale und wurde erst nach Einsicht der Tonspuren und Bilder wieder aufgehoben. Kabakov durfte zurück, doch der Ruf des „VAR-Sünders“ klebt noch an seinen Pfeifen.

Spanien selbst dürfte das wenig kratzen. Ihre Olympia-Generalprobe verlief glanzlos, das 1:2 gegen die Dominikanische Republik wirkte wie ein Weckruf. Jetzt kommt ein Schiedsrichter, der sie schon einmal in die nächste Runde geleitet hat – nur lag das Finale damals in Udine, nicht in Paris. Ob Kabakov erneut zur richtigen Pfeife greift, entscheidet sich am Montagabend im RCDE Stadium. Die Uhr tickt, und mit jedem Torschrei schmilzt die Last der Vergangenheit.