Juve-tor: david raus, boga rein – spallettis systemwechsel rettet den rekordmeister

32 Tage, kein Treffer, keine Lust mehr: Jonathan David saß gestern zur Pause in der Kabine, während Jérémie Boga das Spiel drehte. Die Juve gewann 4:1 gegen Pisa – und lieferte die Momentaufnahme einer Mannschaft, die ihren eigenen Transferwahnsinn korrigiert.

Der kanadier in der warteschleife

David lief 45 Minuten, berührte im Sechzehner nur zweimal den Ball. Pisa-Coach Hiljemark stellte mit Cuadrado einen Bodyguard auf, der ihn aus der Box bugsierte. Sein letztes Tor datiert vom 1. Februar in Parma – eine Ewigkeit für einen Stürmer, den die Juve für 35 Millionen aus Lille holte. Spalletti war nach dem Abpfiff so klar wie hämisch: „Er braucht Staffetten, keine Zweikämpfe. Geben wir ihm keine ungenaue Murmel, sitzt er in der Falle.“

Die Lösung war radikal. Aus dem 4-3-3 wurde ein 3-4-2-1, Yildiz rutschte von der linken Bahn in die falsche Neun, Boga sprinte auf dem anderen Flügel. McKennie rückte als zweiter Spitzenstürzer hinterher. Ergebnis: Pisa-Kette zerfleddert, Cuadrado alt aussehen lassen, Boga in der 93. Minute sogar noch den Deckel drauf.

Marktkorrektur in eigener regie

Marktkorrektur in eigener regie

Der Winter-Coup Boga (Leihe mit Kaufoption aus Nizza) glänzt, während der Sommer-Coup David schwindet. Spalletti hat keinen klassischen Mittelstürmer, wartet auf Vlahovic, der gegen Udine zurückkehren soll. Bis dahin wird der Kanadier nur noch als Support-Stürmer neben dem Serben geführt – ein Luxusproblem, das die Juve teuer zu stehen kommen könnte, sollte David seinen Marktwert nicht retten.

Die Botschaft ist unmissverständlich: Turin korrigiert live im laufenden Betrieb. Boga liefert, David leidet. Wer jetzt nicht liefert, fliegt – egal, was die Ablöse versprach.