Juve spioniert lewandowski aus: comollis warschau-blitz als torschock

Im Schneegestöber von Warschau saß ein Mann im grauen Mantel, der keine Wave machte – und genau das war die Nachricht. Damien Comolli schickte seinen Scout, um Robert Lewandowski live gegen Albanien zu mustern. 1.600 km, 6 Grad, ein Tor. Die Rechnung der Juventus lautet: Null Euro Ablöse plus 564 Karriere-Treffer gleich Champions-League-Ticket.

Warum die alte dame plötzlich um einen 37-jährigen buhlt

Seit Wochen brodelt es um Dusan Vlahovic' Vertragsverlängerung, parallel flirtet der Klub mit Randal Kolo Muani. Doch der Plan hat eine Lücke: Erfahrung. Lewandowski bringt 32 Titel mit, darunter die Königsklasse 2020. In Barcelona schoss er diese Saison trotz Rotation 16 Mal ein. Die Frage, die sich Comolli stellt, ist nicht, ob Lewa noch trifft, sondern ob er noch trifft, wenn Spalletti ihn braucht – nämlich im Februar, wenn die K.o.-Phase losgeht.

Der Pole verdient aktuell zehn Millionen netto. Die Juve will die Gehaltsstruktur nicht sprengen, aber sie kann mit einem Bonusmodell punkten: Titel = Zuschlag. Das haben sie bei Modric in Madrid gesehen, wo der Kroate mit 38 noch entscheidend war. Lewandowski wird im August 38. Die Zeit drückt, die Konkurrenz auch. MLS-Klubs werben mit Strand und Steuerprivileg, Barça selbst überlegt, ob man die Ikone vorzeitg gehen lässt.

Trezeguet liefert das moralische okay

Trezeguet liefert das moralische okay

David Trezeguet, bis heute bester Ausländer-Torjäger der Juve (171 Tore), sprach Klartext: „Ich würde Lewandowski auf null Ablöse holen, auch mit 37. Er ist eine andere Kategorie.“ Das Zitat kursiert seit gestern in der WhatsApp-Gruppe der Geschäftsführung. Es entschärft die Sorge, dass ein Zugang von Lewa Vlahovic blockiert. Spalletti will ohnehin zwei Neunerköpfe, um zwischen Serie A und Champions League rotieren zu können.

Am Dienstag traf sich Giuntoli mit Vlahovic' Berater. Die Forderung: 12 Mio. plus Bonus – 3 mehr als bisher. Die Antwort: Verdoppelte Einsatzzeiten und ein Lewandowski-Lehrstuhl. Der Serbe soll lernen, was Treffer aus dem Nichts bedeuten. Lewandowski könnte das Seminar geben, wenn er will.

Die nächsten Wochen entscheiden. Warschau war erst die Spurensicherung. Comolli wird die Videoschnitte analysieren, die Laufleistung im 37. Minute checken, den Blick nach dem Tor – war es Routine oder Leidenschaft? Wenn das Okay kommt, fliegt die Juve nach Spanien, nicht um zu verhandeln, sondern um abzuholen. Denn einer, der 564 Mal jubelte, braucht keine Überzeugung, nur noch ein Ticket.