Jordan murray kollabiert auf der bank: dramatische reanimation im klagenfurter playoff
Die Eishockey-Welt hielt den Atem an. Jordan Murray, 33, Ex-DEL-Verteidiger von Grizzlys Wolfsburg, Adler Mannheim und Schwenninger Wild Wings, brach gestern Abend während des Playoff-Viertelfinals der International Central European Hockey League ohne jeglichen Kontakt auf der Auswechselbank des Klagenfurter EC zusammen. Mehrere Minuten dauerte der Kampf um sein Leben – mitten in der Stadthalle, vor den Augen seiner Teamkollegen und dem gegnerischen Fehérvár AV19.
Die sekunden, die alles veränderten
Kurz nach dem Anpfiff bemerkten Betreuer, wie Murray sich ruckartig nach vorne neigte. Kein Schlag, kein Puck, kein Check – einfach nur Stille. Klubärzte Dr. Hannes Florianz und Dr. Günther Bachler stürmten herbei, eilten Notärzte aus dem Publikum hinzu. Sie mussten den Kanadier mehrfach reanimieren, bis ein stabiler Puls zurückkehrte. Beatmet und sediert flog er ins LKH Klagenfurt. Dort kam die erste Entwarnung: „Er befindet sich in der Aufwachphase aus dem künstlichen Tiefschlaf, sein Zustand ist stabil“, teilte der Verein am Mittwochmorgen mit.
Die Partie wurde abgebrochen, ein Nachholtermin steht noch offen. Für die Liga zählt in diesem Moment aber nur ein Name. „Die Gedanken der gesamten Mannschaft sind bei Jordan und seiner Familie“, sagt Klub-Geschäftsführer Martin Schmid. Die sportliche Wertung wird erst nach Rücksprache mit der Liga verkündet – ein Nebenschauplatz.

Murray war erst im sommer nach kärnten gekommen
Nach fünf Jahren in der DEL suchte der 1,88 Meter große Defensivspezialist eine neue Herausforderung. In Klagenfurt lief er sofort als Top-Pair-Verteidiger auf, avancierte zur Stimme im Dressingroom. Seine 32 Punkte in der Hauptrunde waren persönliche Bestmarke seit der Saison 2018/19. Nun liegt er beatmet auf der Intensivstation, während seine Mitspieler versuchen, wieder Luft zu holen.
Die Szene erinnert an die Kollapse von Björn Nacka Keller 2014 in Erfurt oder an Alexej Jassinski 2019 in Krefeld. Die Frage nach der medizinischen Vorsorge in den Spielstätten wird erneut laut. Die ICEHL verlangt seit 2021 einen Notarzt auf jeder Partie, zusätzliche Defibrillatoren an der Bande. Ob das Equipment gestern Nacht schnell genug erreichbar war, will der Verband prüfen.
Für Murray geht es jetzt Schritt für Schritt. Die Ärzte sprechen vorsichtig von einer „posttraumatischen Erholungsphase“. Sein Agent J.P. Barry kündigte an, dass die Familie morgen in Österreich eintrifft. Bis dahit wacht ein ganzes Eishockey-land über einen seiner Jungs – und hofft, dass bald wieder ein Schlager statt ein Herzschreiber das Geschehen bestimmt.
