Johnson kehrt zurück: 17 teams, 4 ligen, ein einziger quarterback

Josh Johnson unterschreibt erneut bei den Cincinnati Bengals – und das, obwohl er gerade erst 40 wurde. Für ihn ist das der 17. Stopp in einer Karriere, die längst Kultstatus erreicht hat. Kein anderer Quarterback hat so viele Umkleiden gesehen, so viele Playbooks gewälzt, so viele neue Gesichter kennengelernt wie er.

Die Zahl ist schier unglaublich: 17 Profiteams, vier Ligen, fast zwei Jahrzehnte auf dem Teppich. Und trotzdem ist Johnson nicht müde. Die Bengals holen ihn als Backup für Joe Burrow – eine Rolle, die er inzwischen besser beherrscht als mancher Starter das Spiel selbst.

Die karriere, die nie endet

2008 zog Tampa Bay ihn im fünften Pick, damals noch ein junger Kalifornier mit schnellen Füßen und einem Arm, der mehr versprach als er einlöste. Doch statt zu verschwinden, wurde Johnson zum König der Kurzzeitverträge. Er spielte für die 49ers, Browns, Jets, Colts, Bills, Ravens, Giants, Texans, Raiders, Lions, Broncos, Commanders – und dreimal für die Bengals. Dazwischen: Umwege in die UFL, AAF und XFL. Kein Stadion, in dem er nicht schon einmal gewesen wäre.

Seine Statistiken? Kein Traum. Elf Starts, zwei Siege, 14 Touchdowns, 18 Interceptions. Doch die Zahlen lügen. Denn Johnson liefert, wenn man ihn braucht. Letzte Saison noch führte er die Commanders gegen die Eagles zum Sieg – mit 39 Jahren, einem Rushing-Touchdown und einer Coolness, die manche Erststarter nie erreichen.

Warum ihn alle wollen

Warum ihn alle wollen

Coaches lieben ihn nicht für seine Statistik. Sie lieben ihn für sein Gedächtnis, seine Präsenz, seine Fähigkeit, binnen Tagen ein komplettes System zu verstehen. In einem Ligajahr, in dem Verletzungen häufiger sind als Interceptions, ist Johnson die Versicherung, die jedes Team gerne abschließt. Er ist der Notarzt, der auch noch operiert, wenn der Star-Quarterback liegen bleibt.

Bei den Bengals bekommt er nun erneut die Chance, hinter Burrow zu stehen – einem der besten jungen Quarterbacks der Liga. Für Johnson ist es nicht der letzte Stopp. Es ist nur der nächste. Und vielleicht auch der beste Beweis dafür, dass man in der NFL nicht nur mit Talent, sondern auch mit Ausdauer überleben kann.

Die Odyssee geht weiter. Und Johnson? Der packt schon seinen Koffer. Wieder.