Jiménez zieht notbremse: verletzungspech zwingt sporting in die knie
Borja Jiménez sprach es aus, was die Fans befürchteten: Manu Rodríguez fällt aus, das Mittelfeld verliert seine Schaltstelle – und damit bröckelt der komplette Saisonplan. „Keine Prognose möglich“, sagte der Trainer des Sporting de Gijón am Dienstag knapp. Damit wächst die Ausfallliste auf sieben Spieler. Die Bilanz: 23 Punkte aus 17 Partien, drei Niederlagen in Serie, morgen Abtritt beim Tabellenführer Racing Santander.
Der gegner ist kein zufall
José Alberto López hat Santander in zwei Jahren zur Aufstiegsmaschine umgebaut. 4–3–3, Pressing in Ketten, 42 Tore, erst 18 Gegentore. Die Statistik lautet: 11 Heimsiege, zwei Remis, null Niederlagen im Sardinero. Jiménez nennt es „ein neues Habitat“, meint aber: Die Haie riechen Blut nach zwei Pleiten in Folge. Racing wird rotieren, aber mit Iñigo Vicente und Sekou Gassamazurück. Die Quote? 1,55 auf Heimsieg, 3,80 auf Sporting – ein Witz angesichts der Lazaretttore.
Die Frage ist nicht, ob Sporting mithalten kann, sondern wie lange die verbliebenen Knien noch halten. Drei Spiele in acht Tagen, 1.200 Kilometer Busfahrt, kein Trainingsspiel, nur Physiotherapie. Jiménez: „Wir wollen nach Burgos mit Optionen leben.“ Sprich: Mindestens vier Punkte aus Santander und dem Nachholspiel gegen Cartagena, sonst ist die Play-off-Lücke auf acht Zähler gewachsen – bei noch 21 zu verteilen.

Die lösung steckt im koffer
Keine Überraschungen in der Startelf? Quatsch. Gaspar Campos spielte 89 Minuten mit Bandschmerzen, Guille Rosas laboriert an der Hüfte. Intern heißt es: 4–2–3–1 rückt zu 4–1–4–1, Pablo García wird alleiniger Sechser, Jony rutscht ins Zentrum, links kommt Diego Sánchez von der zweiten Mannschaft. 19 Jahre, 1,78 Meter, 31 Tore in der Juvenil – aber Zweitliga-Debüt im Sardinero. „Wenn du alt bittest, kriegst du Erfahrung. Wenn du jung bittest, kriegst du Beine“, zitiert Jiménez Ferguson.
Die letzte Strophe schreibt sich selbst: Racing will nach 2.700 Tagen zurück in LaLiga, Sporting will bloß nicht ertrinken. Die Uhr tickt. 21.30 Uhr, El Sardinero, 22.000 Röhrengäste. Ein Sieg hält die Träume am Leben, eine Niederlage öffnet den Abgrund. Jiménez: „Wir haben keine Zeit mehr für Selbstmitleid.“ Der Ball rollt – und mit ihm die Würfel.
