Jena schnappt sich pagenkopf: us-playmaker soll saale-baskets retten

Science City Jena zieht den Nothebel. Wenige Stunden vor Transferschluss haben die Thüringer Jack Pagenkopf aus Bulgarien losgeeist – einen 1,90-m-Point Guard, der zuletzt am 14. Februar gegen Botevgrad noch 9 Punkte und 10 Assists schrieb und danach direkt in den Flieger nach Deutschland stieg.

Der späte deal, der kein geheimnis war

Trainer Björn Harmsen hatte den Neuzugang offenbar schon lange auf dem Zettel. „Wir hätten ihn vor vier Wochen am liebsten verpflichtet“, sagt er im MDR-Gespräch. Die Verzögerung lag an Budget- und Visafragen – nicht an sportlichen Zweifeln. Pagenkopf kennt die ProA, war 2020/21 für Ehingen unterwegs, später für Nürnberg. In Jena bekommt er nun einen Kontrakt bis Juni, mit Option auf Verlängerung, soll die Kaderlücke hinter Steve Junior und Julius Wolf schließen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Jena kassierte in den letzten fünf Spielen durchschnittlich 84 Punkte, der zweitschlechteste Wert der Liga. Pagenkopf gilt als druckvoller Verteidiger, der in der bulgarischen NBL 1,8 Steals pro Partie sammelte. „Er beißt sich fest, ist physisch präsent und verteilt den Ball sauber“, schwärmt Harmsen. Gemeint ist: ein Typ, der Malcolm Miller und Co. entlastet, wenn Dreier nicht fallen.

Freitag gegen vechta – premiere möglich

Freitag gegen vechta – premiere möglich

Noch ist offen, ob Pagenkopf am Freitag (19.30 Uhr, RASTA Dome) direftig mitwirft. Die Einreiseformalitäten sind erledigt, das Visum liegt vor, doch Harmsen will ihn erst einmal 24 Stunden im Training sehen. „Wenn er die Plays beherrscht, kriegt er Minuten“, sagt der Coach. Die Saison ist auf Messers Schneide: Jena rangiert bei 7-15 nur einen Sieg vor dem Abstiegsplatz, Vechta ist mit 9-13 direkter Konkurrent.

Pagenkopf selbst klingt, als hätte er den Koffer noch nicht ganz ausgepackt. „Ich will den Jungs helfen, so viele Siege wie möglich zu holen. Das war der Grund, warum ich nach Jena gekommen bin“, sagt er im Audio-Interview. Kein Pathos, keine Slogans – nur der nüchterne Anspruch eines Profis, der weiß, dass EasyCredit-BBL kein Kindergeburtstag ist.

Die Uhr tickt. Nach Vechta folgen Bayern, Bonn und Oldenburg – alle Playoff-Kandidaten. Wenn Pagenkopf hier nicht sofort liefert, wird das letzte Transfer-Puzzlestück zum letzten Nagel im Sarg. Harmsen hat keinen weiteren Joker mehr. Die Saison endet am 16. Mai. Bis dahin muss Jena mindestens fünf der verbleibenden zehn Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt zu sichern. Pagenkopfs Zeichen steht auf sofortige Hilfe – sonst wird es eng an der Saale.