Janse van rensburg/steffan tanzen sich in prag ins finale – und rauschen trotzdem nur auf rang 17

Kein Fehler, aber auch keine Überraschung: Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan haben den Rhythmustanz bei der WM in Prag fehlerfrei überstanden – und stehen trotzdem mit 71,02 Punkten nur auf dem 17. Rang. Das reicht fürs Finale, reicht aber nicht fürs Podest. Die fünfmaligen deutschen Meister liefen, als wären sie auf dem Oberstdorfer Trainingsparkett, doch die Konkurrenz ist längst eine andere Liga.

Die saison der krankheit und der klarheit

Steffan zuckt nach der Wertung mit den Schultern: „Es war eine ereignisreiche Saison mit Höhen, aber unglücklicherweise auch mit Tiefen.“ Die Tiefen hatten Namen: Influenza, Rücken, RSV. Nach dem nationalen Titel im Dezember sagten sie die EM ab, weil Janse van Rensburg kaum laufen konnte. „Heute konnten wir zeigen, was in uns steckt“, sagt er, doch die Zahlen auf der Anzeigetafel sprechen eine klarere Sprache: 21,72 Punkte Rückstand auf die Franzosen Fournier Beaudry/Cizeron. Das ist kein‚ Sprung, das ist ein Abgrund.

Die Olympiateilnahme in Mailand endete für das deutsche Duo auf dem letzten Platz. Nun also das nächste Finale, wieder ohne Medaillenillusion. 20 Paare tanzen am Samstagabend, die deutschen Startnummer 17 werden früh dran sein – und früh wieder weg. Die DEU sendet kein zweites Team, das ist die ganze deutsche Eistanz-Botschaft in Prag.

Gold schon vergeben, silber offen, bronze zufall

Gold schon vergeben, silber offen, bronze zufall

Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron haben mit 92,74 Punkten bereits Gold so gut wie eingepackt. Dahinter tobt ein Punktekampf, der sich in Zehnteln entscheidet. Für Janse van Rensburg/Steffan ist das Rennen gelaufen, bevor es richtig begann. Ihre Saisonbestleistung liegt bei 76,18 – selbst wenn sie die morgen erreichen, blieben sie außerhalb der Top-10. „Wir wollen einfach nur sauber skate“, sagt Steffan. Mehr ist dieses Jahr nicht drin.

Um 19:42 Uhr Ortszeit beginnt die Kür. Die Tschechen feiern sich, die Franzosen feiern sich – und die Deutschen feiern das Finale als kleinen Sieg über die Saison, nicht über die Gegner. Die WM in Prag wird für das deutsche Paar kein Märchen, sondern ein Abschluss. Die Frage ist nicht, wie hoch sie springen, sondern wie sie landen – und ob sie nächste Saison noch einmal neu starten.