Italiens tennis-queens starten titelverteidigung gegen japan – und schicken ein signal

Am 9. und 10. April wird in Velletri kein normaler Ballwechsel stattfinden. Dort beginnt die Mission Rewind: Die italienischen Fed-Cup-Weltmeisterinnen treffen auf Japans Fed-Cup-Team – und damit auf den ersten Härtetest nach dem Triumph von Sevilla. Das Circolo Colle degli Dei verwandelt sich in eine Arena, in der Schläger zu Schwertern und Tennislinien zu Fronten werden.

Binaghi zieht die kompassnadel neu aus

Präsident Angelo Binaghi nutzte die Präsentation in Rom, um gleich mehrere Weichen zu stellen. Neben der Titelverteidigung kündigte er an, dass Italien künftig nicht nur Davis-Cup-Finals, sondern auch die Next-Gen-Finals und möglicherweise die BJK-Cup-Finals ausrichten will. „Man bietet uns alles an“, sagte er mit einem Lächeln, das zwischen Stolz und Strategie schwankt. Die Arabische Föderation hat abgesagt, Italien springt ein – und sichert sich damit ein weiteres Jahr im Zentrum der Tenniswelt.

Die Zahlen sind kein Zufall: 88 Challenger-Turniere, ein Rekord, vier Spieler mit Kandidatenstatus auf Sand, ein Golden Slam der Möglichkeiten. Binaghi sprach von der „consapevolezza di essere favoriti“ – dem Wissen, nicht nur dabei zu sein, sondern zu gewinnen. Denn 50 Jahre nach dem letzten italienischen Herren-Sieg in Rom will jemand endlich wieder das Damoklesschwert der Geschichte zerschlagen.

Paolini & errani: doppel-power als turbo

Paolini & errani: doppel-power als turbo

Jasmine Paolini und Sara Errani liefern das Video des Jahres schon vor Saisonbeginn. 24 Schlagabtausche, ein Break, ein Matchdreher – das Clip ist viral, bevor der erste Ball steht. Für Paolini geht es darum, ihren Einzel- und Doppel-Triumph von 2024 zu wiederholen. Für Errani geht es um die Bestätigung, dass Alter nur eine Zahl ist, wenn der Slice sitzt.

Velletri ist nur der Startschuss. Danach rollt die Kugel Richtung Foro Italico, wo die BNL d’Italia die nächste Stufe bildet. Die Region Latium sichert sich über Sportevents ein Vielfaches an Touristeneuro – und die Spieler sichern sich Rankingpunkte, die im Sand so viel wiegen wie Gold.

Der Countdown läuft. Wer am 9. April ins Campo schaut, wird nicht einfach ein Match sehen. Er wird Zeuge eines Landes, das seine Tennis-Renaissance mit voller Absicht und vollem Rasenmäher durchzieht. Und wenn die Netzstütten in Velletri vibrieren, werden sie ein leises „Ancora“ summen – auf Italienisch, aber verstanden auf der ganzen Tour.