Grillitsch schlägt zurück: braga dreht 0:2-pleite in 4:0-festival

Die Europa League schreibt Märchen – und Florian Grillitsch lieferte das Drehbuch. Nach dem Desaster von Budapest verwandelte Sporting Braga den Rückspiel-Kick in eine Demonstration portugiesischer Leidenschaft: 4:0 gegen Ferencvaros, 4:2 im Gesamtscore, Platz unter den besten Acht.

Von null auf vier in 90 minuten

Der Estádio Municipal explodierte schon nach 13 Minuten. Ricardo Horta tankte sich durch drei Ungarn, legt quer – und Grillitsch schob zum 2:0 ein. Ein Treffer, der mehr war als ein Tor: Er löschte die Budapest-Blamage vom Hinspiel, wo Braga chancenlos wirkte. Die Hausherren spielten fortan, als gäbe es kein Morgen. Jeder Zweikampf ein Statement, jeder Pass ein Angriff auf die Nerven der Gäste.

Grillitsch, 76 Minuten auf dem Rasen, war nicht nur Goalgetter. Mit einersteckenden Flanke bereitete er das 3:0 vor, kurz vor der Pause. Die Ungarn wirkten wie nach einem Schlag auf den Schädel – und die Fans sangen schon „Queremos o Betis“, weil Sevilla und Panathinaikos erst am Donnerstag den Gegner liefern.

Braga-Trainer Artur Jorge hatte vor dem Spiel die Mannschaft in einem Kreis versammelt und ein einziges Wort gesagt: „Identidade.“ Die Identität eines Klubs, der in der Liga hinter den Großen dreht, aber in Europa die Unruheheizung aufdreht. Das 4:0 besiegelte Simon Banza in der 84. Minute – mit einem Lupfer, der die Ferencvaros-Abwehr wie Trainingspuppen aussehen ließ.

Österreichs mittelfeld-general

Österreichs mittelfeld-general

Für Grillitsch war es der dritte Europacup-Treffer im Dress der Minhotos – und der wichtigste. Seit seinem Wechsel von Ajax sucht er Spielfreude, fand sie aber erst im Frühjahr. Die Zahlen sprechen: Drei Tore, zwei Assists in den letzten fünf EL-Partien. „Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur hübsch kombinieren, sondern auch bissig sind“, sagte er nach Abpfiff, das Trikot bis auf die Haut durchnässt.

Die Europa League verspricht nun ein Viertelfinale, das ganz nach Braga klingt: unbequem, laut, unberechenbar. Und ganz nebenbei schob sich Österreich ein Stück weit zurück in die europäische Fußballdebatte – mit einem Burgenländer, der in Portugal die Köpfe rauchen lässt.