Italiens tennis schlägt dreifach zu: erstmals drei azurri in den top 15
Flavio Cobolli hat in Acapulco nicht nur seinen ersten ATP-Titel geholt – er hat Italien Tennis-Geschichte geschrieben. Mit dem Sprung auf Platz 14 der Weltrangliste sorgt der 22-Jährige dafür, dass zum ersten Mal seit Einführung der Open Era drei Italiener gleichzeitig in den Top 15 stehen.
Cobolli, Lorenzo Musetti und Jannik Sinner – das klingt nach einer neuen Garde, die das Land endgültig von der Tennisperipherie in das Zentrum der Macht befördert. Noch vor zehn Jahren war so etwas undenkbar. Zwischen Corrado Barazzutti 1979 und Fabio Fognini 2014 vergingen 35 Jahre, in denen kein italienischer Spieler die Top 15 erreichte.
Die acht azurri, die es jemals in die top 15 schafften
Adriano Panatta, Paolo Bertolucci, Barazzutti – das waren die Pioniere. Matteo Berrettini gesellte sich 2021 dazu, nun folgt Cobolli als jüngstes Mitglied. Die Liste liest sich wie ein Who-is-Who italienischer Tennisgeschichte, doch nie war sie so dicht gefüllt wie heute.
Die Zahl ist bemerkenswert: Acht italienische Spieler haben es seit 1968 in die vorderste Reihe geschafft – bei 15 Plätzen ein beachtlicher Anteil. Doch dass drei von ihnen zeitgleich dort stehen, das ist eine neue Qualität. Sinner führt das Trio als Nummer eins der Welt an, Musetti hält sich auf Rang 12, Cobolli schloss gestern als Nummer 14 auf.
Dahinter steckt mehr als nur individuelle Klasse. Das System des italienischen Tennisverbandes hat in den vergangenen Jahren massiv investiert: Akademien in Rom und Tirrenia, ein Jugendförderprogramm, das bereits früh Talente identifiziert und mit hochklassigen Trainern versorgt. Die Früchte sind nun reif.
Cobollis Erfolg in Acapulco war dabei kein Zufall. Er schlug auf dem Weg zum Titel sowohl Casper Ruud als auch Alex de Minaur – zwei Top-Ten-Spieler. Das Finale gegen Ruud war ein Lehrstück in taktischer Reife, bei dem Cobolli mit 6–4, 6–4 die Nerven behielt.
Die italienische Tennis-Renaissance ist kein kurzfristiger Hype. Sie ist das Ergebnis eines langfristigen Plans, der nun aufgeht. Und während andere Nationen noch nach dem nächsten Star suchen, kann Italien bereits auf eine ganze Generation bauen. Die Welt hat gewarnt – und nun ist sie bereit für das, was kommt.
