Six-nations-pokal in flammen: original nach unfall irreparabel zerstört

Der Pokal ist weg. Vom 4. Februar an existiert das Original der Six Nations nicht mehr – ein Kofferbrand auf der M4 zwischen Limerick und Dublin hat die 75 cm hohe Trophäe in Sekunden zu verkohlten Metallresten reduziert. Kein Mensch kam zu Schaden, doch das Symbol der ältesten Rugby-Weltmeisterschaft ist unwiederbringlich verloren.

Ersatz kommt ab dem vierten spieltag

Turnierorganisator Six Nations Rugby bestätigte am Sonntagabend, dass ab der vierten Runde eine 1:1-Kopie auf den Rasen getragen wird. Die Replik war seit 2018 ohnehin als Back-up in einem Londoner Tresor gelagert – jetzt rückt sie ins Rampenlicht. Die Spieler werden keinen Unterschied spüren, die Fans schon: Das Original war 2015 aus 15 kg Sterlingsilber geschmiedet, die Kopie wiegt 12 kg und besteht aus versilbertem Messing. Ein Detail, das der Verband bislang verschwieg.

Die Feuerwehr von County Meath fand nur noch verkohlte Holzstücke und geschmolzene Metallperlen. „Die Hitze war so intensiv, dass die drei Griffe zusammengesintert sind“, sagte Einsatzleiter Ciarán Byrne. Ein Gutachten der Londoner Goldschmiede Thomas Lyte bescheinigt „restlose Zerstörung“. Selbst die Granitbasis mit den Gravuren aller Sieger seit 1883 ist nicht mehr zu retten.

Neue trophäe für 2027 angekündigt

Neue trophäe für 2027 angekündigt

Die Six Nations GmbH hat sofort einen Neubau beauftragt. 365 Arbeitsstunden, 15 kg Silber, 60 Rubine – und ein Preisschild von 165.000 Euro. Die Präsentation erfolgt im Januar 2027, zwei Wochen vor dem Turnierauftakt. Wiederverwertet wird nur das Metall der zentralen Platte, darauf die Inschrift „RBS 6 Nations Champions“. Der Rest landet im Schmelzofen.

Ein Trost für Traditionalisten: Das Design bleibt. Die neuen Hüter wollen die Silhouette aus 2015 exakt kopieren – inklusive der 15 handgeklöppelten Ringe, die für jeden der fünf (heute sechs) Teilnehmer stehen. Doch die Patina der Jahrzehnte ist unwiederbringlich. Wer 2027 den Pokal hebt, stemmt kein Stück Geschichte, sondern eine Nachbildung.

Vergleiche mit der Calcutta Cup liegen nahe. 1986 trampelten Dean Richards und John Jeffrey das uralte Silber durch die Princes Street – damals reichten zwei Sperren und ein Kater. Diesmal gibt es kein Buhlen um Schuld, nur eine trockene Pressemitteilung und ein Datum: 4. Februar, Tag des Abschieds.

Die Six Nations ohne ihr Original ist wie Wimbledon ohne Rasen – technisch machbar, emotional haltlos. Die nächste Siegerehrung wird trotzdem gefeiert, die Fotos werden strahlen. Aber hinter jedem Selfie steht die Erkenntnis: Ein Stück Rugby-Seele ist für immer verschwunden.