Italiens sport-sensation: baseball-knockout gegen usa, rugby-sieg gegen england – doch der fußball leidet

Milano – Ein Land, zwei Gesichter. Während Italiens Baseball-Nationalmannschaft die USA in Houston mit 8:6 niederrang und eine Woche zuvor die Rugby-Azzurri erstmals die Engländer schlugen, schlittert der Fußball – Italiens Sport-Religion – von einer Debakel zur nächsten. Die Zahlen sprechen Bände: 4 Gegentore für die Nazionale, 5 für Inter und Juve, 6 für Napoli und Atalanta – alle ausgeschieden, alle blamiert.

Die baseball-revolution in houston

Im Minute Maid Park schlugVinnie Pasquantino den entscheidenden Homerun gegen Aaron Judge, der 40 Millionen Dollar pro Saison einstreicht. Die italienische Bank? Ein Espressokocher, der nach jedem Punkt dampfte. Die US-Medien sprachen von „unamerikanisch“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Azzurri, größtenteils Italo-Amerikaner, bewiesen: Blut zählt mehr als Pass.

Rugby: historischer sieg gegen die erfinder

Rugby: historischer sieg gegen die erfinder

Twickenham, 12. März: Italien besiegt England 29:22. Erstmals. Ever. Ange Capuozzo lief 80 Meter zum Sieg-Try, die BBC sprach von „einem Tag, an dem die Rugby-Welt aus den Fugen geriet“. Die Engländer, die seit 1871 Rugby spielen, mussten erklären, warum sie gegen das Team verloren, das sie einst als „Turnschuh-Truppe” belächelten.

Der basketball-coup von simone fontecchio

Der basketball-coup von simone fontecchio

Simone Fontecchio warf 18 Punkte für die Miami Heat gegen Washington – und landete in den NBA-Annalen. Gemeinsam mit Bam Adebayo (83 Punkte) stellten sie das erste Duo seit Wilt Chamberlain 1962, das gemeinsam über 100 Punkte erzielte. Jordan & Pippen schafften es nie. Magic & Karenonen auch nicht. Ein Italiener schon.

Der fußball-absturz: von der champions league zur tränke

Der fußball-absturz: von der champions league zur tränke

Während die anderen Sportarten jubeln, müssen die Fußball-Fans die Köpfe schützen. Kein italienisches Team mehr im Viertelfinale der Champions League. Die letzten Male, als das passierte, war Silvio Berlusconi noch Regierungschef und Calciopoli ein Skandal der Zukunft. Die Schuldzuweisungen reichen von Ozonloch bis zu überhitzten Sommertrainingslager. Die Wahrheit: Das System calcio ist veraltet, überreglementiert und – im Vergleich zu MLB, NBA und Six Nations – unterfinanziert.

Die Ironie: Ein Land, das Fußball erfand, wie manche Historiker behaupten, wird jetzt in Baseball, Rugby und Basketball gelobt – und im eigenen Tempel ausgelacht. Die FIFA-Weltrangliste listet Italien auf Platz 9, hinter Kroatien und vor Deutschland. Die Baseball-Weltrangliste: Platz 16, vor Großbritannien. Die Rugby-Weltrangliste: Platz 10, vor Schottland. Die Botschaft ist klar: Wer nicht innoviert, wird innoviert.

Die nächste Generation schaut nicht mehr RAI, sondern MLB.TV, NBA League Pass und Rugby Pass. Die Azzurri der Zukunft tragen nicht nur blau, sondern auch Scully-Caps, Jordan-Sneaker und Canterbury-Trikots. Die Frage ist nicht, ob der Fußball wieder aufsteht – sondern, ob er es schafft, bevor die anderen Sportarten das Land komplett einnehmen. Die Uhr tickt. Und im Hintergrund summt schon der Espressokocher.