Italiens nullnummer in kopenhagen verspielt die direkte wm-tickets – brasilien 2027 rückt in weite ferne

12.013 Zuschauer im Parken Stadion, 12 Eckbälle für die Squadra Azzurra – und am Ende eine Null, die wehtut. Nach dem 6:0-Spektakel gegen Serbien kam Italien in Dänemark nicht mehr auf die Beine, remisierte 0:0 und klettert trotz Aufbäumens nur auf Rang zwei. Die direkte Qualifikation für die WM 2027 liegt nun in fremden Händen.

Soncin-team dominiert, aber dragoni & co. verpassen den punch

Andrea Soncin hatte die Marschroute klar gegeben: frühes Pressing, hohe Linie, Überzahl am Flügel. Was folgte, war eine erste Halbzeit, in der Italien Tempo und Räume diktierte, sich aber in der letzten dritten Zone selbst ausbremste. Cantore startete nach einem feinen Diagonalball von Giugliano, scheiterte aber an der letzten Ballannahme. Kurz darauf donnerte Soffia aus 22 Metern an die Latte – der Klang war wuchtig, der Effekt null.

Die Däninnen um Trainer Michelsen zogen sich zurück, verengten die Räume und lauerten auf Konter. Der Plan ging auf, weil Italiens Spiel nach vorne zunehmend kopflos wurde. Cantore fand sich dreimal völlig frei im Zentrum, doch die Hereingaben sprangen zu spät, zu hoch oder zu ungenau. Die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: zwölf Standards, fünf Schüsse aus aussichtsreicher Position – kein Treffer.

Girelli, caruso, beccari: die chancen bleiben ungenutzt

Girelli, caruso, beccari: die chancen bleiben ungenutzt

Nach der Pause schaltete Soncin um auf Dreierkette, schickte Girelli als zusätzliche Target-Playerin. Die Juve-Stürmerin köpfte aus sieben Metern knapp drüber, Caruso zog aus halblinker Position ab, wurde geblockt. Die dänische Defensive stand tief, aber nie wackelig. Selbst als Beccari in der 83. Minute einen Freistoß aus zentralen 19 Metern bekam, ging der Ball in die Mauer statt ins Netz. „Wir haben fast alles kontrolliert, nur das Ergebnis nicht“, sagte Soncin sichtlich mitgenommen.

Die Tabelle lügt nicht. Dänemark führt die Gruppe mit sieben Punkten vor Italien (vier) und muss nur noch einmal zittern. Für die Azzurre heißt es im Juni gegen Serbien und Montenegro zu gewinnen – und parallel zusehen. Die Rechnung ist simpel, die Ausführung kompliziert.

Fans bangen mit – und fragen sich, warum das tor nicht fallen will

Fans bangen mit – und fragen sich, warum das tor nicht fallen will

Die mitgereisten Italiensänger im Parken skandierten bis zur Nachspielzeit „Forza Azzurre“, doch selbst die Schlussoffensive blieb folgenlos. Der letzte Pass war zu unpräzise, der letzte Abschluss zu hektisch. Der Druck steigt, die Zeit läuft. Brasilien 2027 ist nicht mehr nur ein Ziel, es ist ein Berg, der erst einmal aus der Ferne betrachtet werden muss.

Am 5. Juni geht es in Novi Sad weiter. Dann muss der Ball über die Linie rollen – sonst rollt Italien aus dem direkten WM-Ticket heraus. Die Null von Kopenhagen war ein Weckruf, nicht mehr und nicht weniger.