Italienischer fußball am scheideweg: malagò fordert neuanfang!
Rom – Der italienische Fußball steht vor einem epochalen Umbruch. Im Vorfeld der Wahl zum neuen Präsidenten des italienischen Fußballverbands (FIGC) am 22. Juni eskaliert der Machtkampf zwischen den etablierten Kräften. Ein ungewöhnlicher Akteur mischt mit: Aurelio De Laurentiis, der charismatische und oft streitbare Präsident des SSC Neapel, schießt mit ungewöhnlicher Schärfe gegen die derzeitige Führung und fordert einen radikalen Neuanfang.
De laurentiis’ scharfe kritik: „codardi e traditori!“
De Laurentiis, der sich aktuell aus Los Angeles meldet, griff in einem Interview die derzeitige Führungsposition scharf an. Er warf dem bisherigen Präsidenten Gabriele Gravina vor, die Institution zu seinem persönlichen Vorteil zu nutzen. Besonders deutlich wurden seine Worte, als er sich gegen den aktuellen Interimspräsidenten Marco Abete positionierte: „Sein Bruder ist zwar mein Geschäftspartner, aber er ist nicht der richtige Mann für diesen Job.“ Seine harsche Aussage – „die Italiener sind von Natur aus feige und untreu“ – sorgte international für Aufsehen und spiegelte seine Frustration wider. Die anwesenden Vereinsvertreter schienen schockiert, aber auch von seiner Entschlossenheit beeindruckt.
Die Forderung nach einem Neuanfang ist kein isoliertes Phänomen. De Laurentiis, der seit 2004 immer wieder auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des italienischen Fußballs hinweist, sieht sich als Visionär, der von den Machtträgern lange Zeit ignoriert wurde. „Sie haben ihre Zeit auf den Sesseln verbracht und sich nicht bewegt“, klagt er.

Malagò als hoffnungsträger: „welcome“
Als Antwort auf die Krise hat sich Giovanni Malagò, ehemaliger Präsident des italienischen Olympischen Komitees, als Kandidat für das Präsidentenamt der FIGC herauskristallisiert. De Laurentiis sieht in ihm die letzte Hoffnung für den italienischen Fußball. „Malagò ist willkommen“, erklärte der Neapel-Patron, nachdem er ihn aufforderte, die Kontrolle über die Situation zu übernehmen. Die Unterstützung von De Laurentiis, der mit 19 von 20 Stimmen der Serie A für Malagò gewonnen hat, verleiht diesem einen enormen Schub.
Giancarlo Abete, der Präsident der Lega Nazionale Dilettanti, bleibt zwar auch im Rennen, doch seine Chancen scheinen angesichts der deutlichen Präferenz für Malagò geringer zu sein. Um im Juni gewählt zu werden, benötigen beide Kandidaten die Mehrheit der Stimmen (51%). Die Gewichtung der verschiedenen Verbände im Wahlprozess ist dabei entscheidend: Die Serie A hat 18%, die Serie B 6%, die Lega Pro 12%, die Lega Nazionale Dilettanti 34%, die AIC 20% und die Assoallenatori 10%.
Die kommende Woche wird entscheidend sein. Im Laufe des Tages sollen die Kandidaten ihre Programme vorstellen, und Malagò soll seine Vision für die Zukunft des italienischen Fußballs erläutern. Die Frage ist, ob seine Ideen mit denen der Vereine übereinstimmen und ob er in der Lage sein wird, die tiefgreifenden Reformen umzusetzen, die der italienische Fußball dringend benötigt. Die Fußballfans warten gespannt – und hoffen auf einen Neuanfang, der den italienischen Fußball wieder zu alter Stärke verhilft.
