Italien zerquetscht senegal 85-35 – wm-ticket in der tasche, berlin kommt!
85-35 – die Zahlen sind keine Tippfehler, sondern die eiskalte Antwort des italienischen Damen-Nationalteams auf jene, die an seiner WM-Qualifikation zweifelten. Nach sieben Tagen und fünf Spielen in Puerto Rico schicken die Azzurre den Senegal zurück nach Afrika, sichern sich Platz zwei hinter den USA und buchen den Flug nach Berlin – Endrunde 4. bis 13. September.
Capobianco: „die quali war kein selbstläufer“
Trainer Lino Capobianco wischt nach dem Schlusspfiff den Schweiß von der Stirn, nicht aus Müdigkeit, sonvor Erleichterung. „Wir hatten keinen einzigen Trainingstag in Serie, die Saison läuft mitten in den Clubs, und trotzdem haben die Mädels ein System aufs Parkett gezaubert, das funktioniert und unterhaltsam ist“, sagt er inmitten des portorikanischen Nachtwinds. Den 26-7-Startquarter nennt er „unser Pressing-Manifest“ – danach war die Partie eine Formsache.
Ohne Cecilia Zandalasini wäre die Bilanz nicht halb so klar. Mit 14 Punkten im Turnierschnitt trägt die Linkshänderin das Offensivgerüst, gefolgt von Martina Pasa (8,8) und Lorela Cubaj (8,6 Punkte plus 6,8 Rebounds). Das Trio erzielt fast die Hälfte der italienischen Punkte, verteilt sich aber so geschickt, dass jede Akteurin mindestens 13 Minuten Einsatzzeit erhält – wichtig für die Belastungssteuerung vor dem Lig-Endspurt.

Spanien besiegt, amerika gestellt – berlin, wir kommen
Der Zweck dieses Kurztrips war nicht nur das Erreichen der WM, sondern auch das Abhaken offener Rechnungen. Gegen Spanien – zuletzt 1998 in einem Pflichtspiel geschlagen – gab es diesmal einen 68-60-Sieg. Gegen die späteren Gruppensiegerinnen aus den USA hielt Italien bis ins dritte Viertel mit, bevor Caitlin Clark mit Fernbomben den Bogen spannte. „Wir wissen, dass wir auf Augenhöhe sind“, sagt Capobianco und klingt dabei nicht nach Motivationsrede, sondern nach analytischer Feststellung.
Die Auslosung der Gruppen für Berlin erfolgt am 21. April – im gleichen Hotel, in dem das Team gerade Quartier bezog. „Ein kleiner Vorteil“, flüstert Manager Dino Porelli, „wir kennen die Flugzeiten, die Sicherheitszonen und die Kantine.“ Spaß beiseite: Die Italdamen treten als ungeschminkter Außenseiter an, der sich aber in den letzten 18 Tagen in Sachen Abwehrintensität und Transition-Speed um zwei Gänge hochgeschaltet hat.
Für die Spielerinnen geht es jetzt zurück in die Serie A1 und die EuroLeague. Capobianco verlangt einen „Mini-Reset“: zwei Tage Auszeit, dann Videoanalyse, dann individuelle Zielvorgaben. „Wir wollen in Berlin nicht nur dabei sein, wir wollen Viertel schaffen“, betont er und meint damit das Viertelfinale – ein Ziel, das vor drei Monaten noch als Wunschtraum galt.
Die Zahlen sprechen für sich: 9,2 gewonnene Rebounds mehr als Gegner, 41 % Dreierquote, nur 11 Ballverluste im Schnitt. Wer diese Werte im September bestätigt, kann auch Australien oder Gastgeber Deutschland ärgern. Der Countdown läuft – 170 Tage bis Berlin, und die Azzurre haben bereits bewiesen, dass sie den Atlantik nicht nur überqueren, sondern auch Wellen erzeugen können.
