Italien startet in san juan – nach 32 jahren wm-trauma soll berliner ticket her

Um 01:00 Uhr Ortszeit trifft Italiens Basketball-Damen in San Juan auf Gastgeber Puerto Rico – und wissen: Ein Sieg wäre der erste Schritt zurück auf die Weltbühne, die sie seit 1992 vermisst.

Bronze-europameisterinnen wollen trauma von 32 jahren abräumen

Bronze-europameisterinnen wollen trauma von 32 jahren abräumen

Coach Giuseppe Capobianco reiste mit demselben Kader an, das vor sieben Monaten in Ljubljana ganz Europa überraschte. Nur eine Neuerung: Martina Kacerik ersetzt die verletzte Stefania Trimboli. Fünf Spiele in sieben Tagen, die ersten drei sichern das Ticket – mehr Druck geht nicht. „Diese Gruppe hat Seele“, sagte Capobianco vor dem Abflug. „Wir wollen, dass sich die Leute weiter in unser Spiel verlieben.“

Der Gegner von heute Nacht ist kein Zufall. Puerto Rico holte sich mit WNBA-Arella Guirantes gerade erst die Liga-Trophäe in Schio, trägt nun das Heimtrikot und wird von 8.000 Latte-Clapping-Fans in die Halle gespült. „Klingt nach Boxen, ist aber Basketball“, sagte Cecilia Zandalasini, Italiens Swing-Frau zwischen Flügel und Post. Nach Verletzungs-Pausen in Mailand ist sie wieder die Superwoman im Azzurri-Cape: „Das Bronze hat uns gelehrt, dass wir nicht nur hoffen dürfen – wir dürfen erwarten.“

Die Zahlen sprechen für die Squadra: Neun der zwölf Spielerinnen kennen sich aus dem Derby-Veneziano von Schio und Reyer, vier starteten gemeinsam in der Euroleague. Cubaj, Pasa, Pan – sie verteidigen gemeinsam 40 Minuten lang. Dahinter lauert die USA, bereits qualifiziert, aber trotzdem im Turnier, weil der Weltverband TV-Revenue liebt. Gegen die Amerikaner will Italien nichts retten, wohl aber Tempo mitnehmen. „Wir wollen nicht überleben, wir wollen auftreten“, sagt Aufbauspiellegierin Mariella Santucci.

Der Zeitplan ist brutal: Nach Puerto Rico folgt morgen Neuseeland (22 Uhr), dann die USA, Spanien, Senegal. Kein Trainingstag, keine Feinjustage. „Wir kennen uns blind“, sagt Lorela Cubaj. „Und wir wissen, dass wir jeden Körperkontakt suchen müssen, weil uns sonst die körperlichen Teams wegdrücken.“

32 Jahre sind 11.688 Tage ohne WM-Ticket. Das letzte Mal verpasste Italien 1992 das Achtelfinale in Berlin – jetzt soll dieselbe Stadt zur Bühne werden. „Wir sind keine Außenseiter mehr“, sagt Zandalasini. „Wir sind der Grund, warum andere jetzt taktieren.“ Der Bronce-Schock ist Vergangenheit, jetzt zählt nur noch Gold-Grau: die Farbe des Berliner September-Tickets. Fünf Siege fehlen noch, der erste klingelt um 01:00 Uhr – und wird live aus San Juan nach Europa funken, dass das Warten endlich vorbei sein könnte.