Füchse berlin spielen nur noch für die show – nantes will sich nicht wieder blamieren
Die Gruppenphase der Handball-Champions-League ist gelaufen, die Füchse haben schon längst das Kommando übernommen. Gegen HBC Nantes geht es am Donnerstagabend (20.45 Uhr, Max-Schmeling-Halle) nur noch darum, dem französischen Gegner die zweite Packung zu verpassen – und sich selbst in Bestform zu halten.
Der 40:31-Kantersieg im September liegt noch in den Knochen. Nantes war damals nichts als Statist. Seitdem haben die Berliner den Gruppensieg eingetütet, die Tickets fürs Viertelfinale gebucht und sich sogar ein Wochenende frei gegönnt. Trainer Nicolej Krickau strahlte nach dem 35:31 in Aalborg: „Wir waren technisch sehr, sehr stark. Das war der Schlüssel.“
Krickau will keine experimente, nur keine blessuren
Doch der 39-Jährige wird rotieren, nicht schonen. „Wir wollen das Niveau halten, nicht absinken“, sagte Manager Bob Hanning. Die Elf vom Hauptstadtclub hat endlich Zeit, Automatismen zu schleifen – etwas, das im engen Bundesliga-Pokal-Champions-League-Dreikampf kaum möglich war.
Für Nantes ist die Lage brisanter. Platz fünf, drei Punkte Rückstand auf Rang vier – und das Gedächnis an den Gegentore-Krimi in Berlin. Trainer Alfred Mayonnade muss gewinnen, will gewinnen, sonst droht das Aus in der Gruppenphase. Die französische Presse spricht schon vom „Rückspiel der Schande“.
Die Füchse können dagegen mit gestrecktem Spielplan agieren. Keine Druckphase, keine Pflicht. Nur die Frage: Wer darf sich für den Final-Four-Traum empfehlen? Mathias Gidsel ist heiß, der Däne will seine Torquote von 72 % ausbauen. Hans Lindberg schielt auf die Torschützenkrone. Und Julius Kühn nutzt die Bühne, um Bundestrainer Alfreds Gens zu signalisieren: Ich bin WM-reif.

Live nur hinter der bezahlschranke – das spiel wird verschoben
Wer mitfiebern will, muss zahlen. Dyn und DAZN teilen sich die Rechte, Anstoß 20.45 Uhr, Vorbericht 20.35 Uhr. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk guckt wieder in die Röhre. Handball als Premium-Produkt – das hat sich die EHF erkämpft, der Zuschauer zahlt.
Der Sieg gegen Nantes wäre die 13. Pflichtspiel-Niederlage für die Franzosen in dieser Saison. Die Füchse haben bislang nur zweimal nicht gewonnen – beide Male gegen SC Magdeburg. Ein drittes Mal wird’s nicht geben. Denn selbst wenn das Ergebnis „nur“ Statistik ist: Die Berliner haben ihren Rhythmus gefunden. Und den wollen sie sich nicht mehr nehmen lassen.
