Italien schlägt spanien: frauen-basketball endlich zurück auf der weltbühne

Nach 32 Jahren Warterausch hat das italienische Frauen-Nationalteam den Knoten endlich durchgeschlagen. Im Qualifikationsturnier von San Juan besiegten die Azzurre Spanien mit 68-56 und sicherten sich das Ticket für die WM in Berlin – ein historischer Tag für den italienischen Basketballsport.

Cecilia zandalasini trägt die squadra azzurra auf ihre schultern

Am Tag ihres 30. Geburtstags war sie nicht zu bremsen: Cecilia Zandalasini warf 22 Punkte, holte sich jede wichtige Freiwurf-Linie und versenkte die Dreier, die Spanien das Genick brachen. Bei 66-56 und 1:27 Minuten auf der Uhr war es ihre Parade-Triplette, die den K.o. besiegelte. Danach verteilte sie symbolische Flugtickets an ihre Teamkolleginnen – Berlin ruft.

Trainer Andrea Capobianco hatte vor dem Viertelfinale gesagt, „wir brauchen nur ein Spiel zu gewinnen“. Gegen die Ibererinnen lieferten seine Spielerinnen genau diese eine Leistung ab, obwohl sie Mitte des dritten Viertels noch mit 34-40 hinten lagen. Francesca Pasa schraubte sich mit 14 Punkten auf Rang zwei der italischen Schützen, während die Defensive Spanien auf 35 Prozent Feldwurf drückte.

Die Statistik, die italienische Fans jahrelang quälte, ist damit Makulatur: seit 1994 war keine italienische Frauen-Mannschaft bei einer Basketball-WM dabei, sieben Turniere in Folge musste man zuschauen. Nun erwarten die Azzurre vom 4. bis 13. September in Berlin die Weltelite – und sie treten nicht als Statistengast an.

„Bronze-euphorie“ bekommt ihre fortsetzung

„Bronze-euphorie“ bekommt ihre fortsetzung

Erst im Vorjahr holte Capobiancos Team bei der Europameisterschaft die Bronzemedaille. Präsident Gianni Petrucci spricht von „Kontinuität statt Glücksfall“ und lobt die Klubs, die in Nachwuchs und Professionalität investieren. Für Capobianco hat der Sieg noch eine tiefere Bedeutung: „Ich widme diese Qualifikation meinem im Juli verstorbenen Bruder. Er wäre stolz gewesen.“

Die letzte Hürde vor der Heimreise ist ein Prestigeduell gegen Senegal, für das Turnierergebnis aber bedeutungslos. Danach heißt es: Flug buchen, Koffer packen, Berlin vorbereiten. Die längste Durststrecke im italienischen Frauen-Basketball ist endlich beendet – und sie endet mit einem Sieg gegen den amtierenden Weltmeister Spanien. Das klingt nach einem guten Omen für Deutschland.