Pulisic versenkt, jashari vergibt: milans nacht der fehler
15. März, 23.50 Uhr, Rom: Milan stolpert mit zwei leeren Händen aus der Olimpico. Pulisic trifft den Ball nicht, Jashari trifft die Entscheidung nicht – und Motta lässt die Römer jubeln.
Taylor rettet mourinho, jashari rettet niemanden
Der Engländer Taylor war eigentlich nur Notnagel, doch der Mann aus Leeds rückte ins Zentrum und räumte ab. Zweikampf um Zweikampf gewonnen, Spielfeld verdreht, Milan-Tempo gebrochen. Kurz: Mourinho hatte seinen Störfaktor, und der funktionierte.
Anders Jashari. Der Youngster bekam die 85. Minute geschenkt, halblinks, halb leer, halb Traum. Sein Schuss landt im Curve-Sud. Kurz darauf der Konter, kurz darach das 2:0. Die Kurve jubelt, Jashari schluckt. Ein Foto wird zur Wandzeitung für die Sozialmedien: Jashari mit gesenktem Kopf, darüber die Überschrift „La chance che non era“.

Pulisic: null tore, null antwort
Seit fünf Pflichtspielen trägt der US-Boy Trikot Nummer 11, aber keine Tore mehr. Gegen Roma jagte er den Ball dreimal ins Toraus, einmal ins Aus. Die Statistik lautet 0/5, die Stimmung lautet Frust. Leao lieferte die Vorlagen, Pulisic lieferte nichts Zählbares. Pioli nahm ihn in der 70. Minute runter, die Kameras folgten ihm auf die Bank – ein Gesicht wie nach Feierabend, obwohl die Schicht noch nicht vorbei war.
Was niemand erzählt: Milan verpasste damit die Tabellen-Führung. Statt plus drei nur plus eins, statt Festtag nur Fehlstart. Die Meisterschaft? Noch offen. Die Moral? Ein Bisschen angekratzt. Im Mix der Stimmen aus Kabine und Presse klingt alles nach „kommende Woche“, aber die Wahrheit heißt: Die Römer haben Milan die Kompassnadel verstellt.
Am Ende bleibt eine Nacht, in der Taylor tackerte und Jashari strauchelt, Pulisic vergab und Mourinho lachte. Milan kann sich erholen, aber die Videos bleiben – und sie liegen bereits in den Gruppen-Chats der Konkurrenz. Der Saison-Endspurt beginnt mit einem Lehrstück: Wer die Big Chances vergibt, verliert früher oder später auch die Punkte.
