Italia trainiert elfmeter bis zum umfallen – donnarumma wird zur lebenden mauer

106 Jahre WM-Geschichte lehren es: Ein einziger Schuss von elf Metern kann Nationen jubeln oder Tränen fließen lassen lassen. Deshalb schickte Gennaro Gattuso seine Az­zurri am Montag auf die Matte – jeder Spieler durfte dreimal anschließen. Kein Pflichtprogramm, sondern mentale Brand­wand. Denn hinten wartet Gigio Donnarumma, seit 2019 Europas unangefochtener Elfmeter-Gigant.

Retegui übernimmt, donnarumma pariert

Mateo Retegui wird zur regulären Ausführung stehen, falls Schiedsrichter ein Foul innerhalb des Sechzehners pfeifen. Der Stürmer traf für Italien bereits gegen Israel, versenkte fünf von sieben in Saudi-Arabien und ließ nur einen bei Genoa und Atalanta fallen. Doch die Liste der Kandidaten für ein mögliches K.o.-Szenario ist länger.

Moise Kean verwandelte drei von vier Versuchen in Florenz, scheiterte aber im Pokal-Viertelfinale 2024/25 gegen Empoli. Matteo Politano dagegen glänzt mit makelloser Bilanz: vier Finals, vier Treffer – unter anderem im Pokalsieg gegen Juve 2020, als Gattuso noch auf der Bank saß. Sandro Tonali traf im Oktober 2020 gegen Rio Ave per Nachschlag, während Manuel Locatelli nach seinem jüngsten Fehlschuss gegen Sassuolo auf Wiedergutmachung drängt.

Joker im hinterhalt: pio esposito und die vergessenen schützen

Joker im hinterhalt: pio esposito und die vergessenen schützen

Im Schatten der Routiniers lauert Pio Esposito. Der 20-Jährige verwandelte alle elf Meter für Inter U19, Spezia und die Junioren-Auswahl – ein Talent, das Spalletti noch nicht offiziell gezündet hat. Federico Dimarco war einst fixer Schütze der Primavera, doch seit seinem Wechsel in die Profimannschaft schwang er den Ball nicht mehr vom Punkt. Nicolò Barella traf dreimal für Cagliari, vergab aber jüngst im Supercup gegen Bologna – ein Fehler, der noch in den Knochen sitzt.

Die Zahlen sprechen klar: Wer im Training trifft, gewinnt keine Titel. Wer in der Arena trifft, schreibt Geschichte. Italien bereitet sich auf beides vor.