Isaac del toro rast camerino nieder – pellizzari hängt in der heimat zwar kurz, aber nicht ab

Mehr Schein als Sein. Giulio Pellizzari spurtete in den engen Gassen von Camerino zweimal, als würde er den mexikanischen Überflieger Isaac Del Toro zerreißen. Am Ende blieb der Hausgast trotzdem 14 Sekunden zurück, und die blaue Führertrikot blieb an Del Toros Schultern kleben wie ein zweite Haut.

42 Sekunden vorsprung – das klingt nach sicherheit, ist es aber nicht

Der 22-jährige UAE-Pilot schraubte sich in der 11 %-Rampe vor der Piazza 500 Meter vor dem Ziel los, so explosiv, dass Matteo Jorgenson nur noch Fahrten sauberer Silhouette folgen konnte. Pellizzari, erst 19, musste sich zwischen zwei Angriffsversuchen und der Reaktion auf Del Toro entscheiden – er wählte die zweite Variante und verlor trotzdem.

Die Gesamtwertung? Del Toro 42 Sekunden vor Pellizzari, 43 vor Jorgenson. Klingt nach Klarsichtfolie, doch die Schlussfahrt nach San Benedetto del Tronto ist flach, windig und berüchtigt für Überraschungsmomente. Ein Sekundenloch reicht, um die magische Barriere zu durchbrechen.

Morgen wird in der adria über die karten neu gemischt

Morgen wird in der adria über die karten neu gemischt

Die Traditionstrasse am Meer ist kein Berg, aber ein Nervenkrieg. 2019 riss noch eine Ecke ab, 2021 flog das Feld auseinander, weil Sideenwind die Reihen spaltete. Del Toro muss sich nicht nur gegen Jorgenson wehren, sondern auch gegen die italianische Tifosi- Wand, die hofft, Pellizzari könne noch einen Zaubertrick ziehen.

Die Wahrheit: Pellizzaris Beine glühen, sein Kopf auch. Er kennt jede Scharte der Heimatstrecke, aber die Frage ist nicht, ob er angreift – sondern wann. Und ob Del Toro dann noch eine Antwort parat hat, die lauter klingt als das Adria-Plätschern.

Die Tirreno-Adriatico 61 endet morgen um 15:30 mit einer Runde von 154 Kilometern. Die Siegerehrung wird live übertragen – und wer die blaue Trikot trägt, wird wissen, dass Camerino nur der Prolog war. Die echte Prüfung steht noch aus.