Iran überrascht: remis gegen belgien trotz schwieriger bedingungen
Ein überraschend hart erkämpftes Unentschieden im WM-Stadion von Los Angeles: Die iranische Fußballnationalmannschaft, das Team Melli, hat gegen die als haushoch favorisierten Belgier ein 0:0 gefangen. Ein Resultat, das angesichts der turbulenten Umstände und der erschwerten Vorbereitung durchaus als Erfolg gewertet werden kann.

Die belgische enttäuschung setzt sich fort
Die Belgier, deren Startelf mit einem Durchschnittsalter von 32,52 Jahren die älteste der WM-Geschichte darstellt, konnten erneut nicht überzeugen. Kevin De Bruyne wirkte abgenutzt, und die Offensivbemühungen um Romelu Lukaku blieben weitgehend erfolglos. Vier Jahre nach dem Vorrunden-Aus in Katar stehen die Roten Teufel nun vor dem Gruppenschlussspiel gegen Neuseeland unter großem Druck. Der erhoffte Neustart nach dem müden Auftritt gegen Ägypten blieb aus.
Für Iran war die Anreise unter katastrophalen Bedingungen ein weiterer Stolperstein. Erst 16 Stunden vor dem Anpfiff landete das Team in Kalifornien, was die Vorbereitung erheblich beeinträchtigte. Ali Ghalenoei, der Trainer, ließ seiner Frustration einmal mehr freien Lauf. Doch seine Mannschaft zeigte Moral und kämpfte verbissen um jeden Ball.
Ein umstrittenes Abseits und eine rote Karte prägten das Spielgeschehen. Mehdi Taremi traf zwar zum vermeintlichen 1:0, doch der VAR entschied auf knappes Abseits. Als wäre das nicht genug, musste der Iran nach einer Notbremse von Nathan Ngoy lange mit einem Mann mehr agieren. Ein entscheidender Vorteil, der jedoch nicht ausgenutzt werden konnte.
Die Belgier dominierten zwar den Ballbesitz, konnten daraus aber kaum Kapital schlagen. Ein Volleyschuss von Maxim de Cuyper fand seinen Meister in Alireza Beiranvand, dem iranischen Torhüter. Die Iraner wirkten zwar gefährlich, aber ihre Chancen wurden durch die späte Anreise und die daraus resultierende Ermüdung geschmälert. Die Roten Teufel mussten auf ihren pfeilschnellen Dribbelkünstler Jeremy Doku verzichten, der sich einer Atemwegserkrankung zugezogen hatte.
Die Hymne des Iran wurde vor dem Spiel von Tausenden regimekritischer Exil-Iraner ausgepfiffen – ein Zeichen der anhaltenden politischen Spannungen, die auch den Sport nicht verschonen. Beide Teams, Iran und Belgien, stehen nun mit zwei Punkten in Gruppe G da und haben noch alle Chancen auf das Weiterkommen. Doch für die Iraner, die schon im vorangegangenen Spiel gegen Ägypten (1:1) einen Punkt holten, ist dieses Remis eine willensstarke Leistung, die zeigt, dass sie trotz aller Widrigkeiten zu kämpfen bereit sind. Die Frage ist, ob diese Entschlossenheit ausreicht, um die K.o.-Runde zu erreichen. Die nächste Aufgabe wird entscheidend sein.
