Iran kassiert klatsche von der fifa: keine spielverlegung, keine gnade

Die FIFA hat Teheran abgeblitzt. Am Montagvormittag ließ der Weltverband durchsickern, was alle Insider schon vermuteten: Irans Wunsch, die drei Gruppenspiele der WM 2026 aus den USA nach Mexiko zu verlegen, ist vom Tisch. Kein offizielles Nein, nur ein eiskaltes Schweigen – und ein Satz, der alles sagt: „Wir freuen uns auf alle Teilnehmer, die laut feststehendem Spielplan antreten.“ Damit ist der Drops gelutscht: Die Partien gegen Belgien, Ägypten und Neuseeland finden wie geplant in Atlanta, Los Angeles und Seattle statt.

Ein staat auf abwegen – und ein team in der klemme

Die iranische Führung hatte sich ins eigene Netz gelaufen. Nach Donald Trumps Drohung, die Sicherheit der iranischen Delegation könne er nicht garantieren, skandierte Sportminister Ahmed Donjamal die Boykott-Keule. Dann die Kehrtwende: Man wolle eben nicht komplett absagen, sondern nur umziehen – 3 000 Kilometer Richtung Süden. Die FIFA nahm den Antrag nicht mal zur Kenntnis. Intern heißt es: Kein Gastgeberland wird um seines politischen Zoffes willen gezwungen, zusätzliche Logistik-Hürden zu übernehmen. Tickets sind verkauft, Hotels blockiert, TV-Übertragungen terminiert. Ein Umpflasteren würde die ohnehin komplizierte Drei-Länder-WM in ein Chaos stürzen.

Die Mär vom „sicheren Mexiko“ hält sich hartnäckig in Teheran. Dort verbreitet die Botschaft via X, man verhandle mit der FIFA. Doch die Quittung kam binnen Stunden: Keine Pressemitteilung, keine Erwähnung, nur ein Verweis auf den Dezember-Terminkalender. Gianni Infantino pflegt ein nahezu unterwürfiges Verhältnis zum US-Präsidenten. Trump wiederum sieht im Turnier die perfekte Bühne für seine „größte und sicherste Sportereignis aller Zeiten“-Narrative. Zwischen diesen beiden Männern hat Iran keine Lobby.

Der preis der geisel-politik

Der preis der geisel-politik

Die Spieler stehen vor einem Scherbenhaufen. Ein Boykott wäre das Eigentor der Geschichte – die erste Absage eines qualifizierten Teams seit Frankreich 1950. Nun droht ihnen ein Spielfest ohne eigene Anhänger. Das Einreiseverbot für iranische Fans in die USA gilt weiter, während Belgien, Ägypten und Neuseeland mit lautstarken Communities planen. Die Statistik ist gnadenlos: Teams, die ohne Support in der Gruppenphase spielen, scheiden zu 72 Prozent vorzeitig aus. Sollten sie trotzdem die K.o.-Runde erreichen, wartet ab dem Achtelfinale wieder der US-Boden – und damit Trumps Sicherheitsapparat.

Die FIFA spielt den Ball weiter nach Zürich. Dort weiß man: Eine Schwäche gegenüber politischen Extrawünschen würde Tür und Tor öffnen – nächstes Jahr könnte dann Saudi-Arabien Quertreiben wollen oder China die Gruppenphase nach Kuba verlegen lassen. Also lautet die Devise: Spielplan steht, Punkt. Die iranische Regierung muss nun entscheiden, ob sie ihre Mannschaft ins Risiko schickt oder selbst das Handtuch wirft. Egal wie die Entscheidung fällt, der Schaden ist schon da: Ein Land isoliert sich im Sport, seine Fußballer werden zu Gästen in einem Turnier, das sie eigentlich begeistern sollte.