Iran entlässt azmoun: ein foto mit dem scheich wird zur staatsaffäre

Sardar Azmoun ist raus. Kein Trainerwechsel, keine Verletzung – ein Selfie mit Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum kostet den 57-fachen Nationalspieler seinen Platz im Kader. Die Nachricht schlug am späten Freitagabend wie ein Seitenhieb in die Magengrube der iranischen Fußballgemeinde ein.

Die Fars News Agency spricht von „Illoyalität gegenüber der Regierung“, der Verband schweigt. Azmoun löschte die Instagram-Story, der Schaden bleibt. Dabei wollte der Angreifer nur seinen Arbeitgeber grüßen – er steht bei Al-Ahli Dubai unter Vertrag – und landete mitten im geopolitischen Minenfeld. Seit der Eskalation zwischen dem Iran und den Emiraten gilt jeder Händedruck mit dem „Feind“ als Verrat.

Der boykott-zirkus rollt weiter

Der boykott-zirkus rollt weiter

Azmouns Fall ist nur ein Nebenschauplatz im großen WM-Krimi. Ob der Iran überhaupt nach Nordamerika reist, wissen selbst Insider nicht. Sportlich qualifiziert, politisch isoliert. Donald Trump nannte eine Teilnahme „nicht angemessen“, ohne zu erklären, was das bedeutet. Die FIFA antwortet mit Standardphrasen: „Wir freuen uns auf alle 48 Teams.“ Verlegung der Gruppenspiele nach Mexiko? Abgelehnt. Sicherheitsgarantien? Offen.

Die Verantwortlichen im Tehraner Kultur- und Sportministerium schwanken zwischen Showdown und Rückzieher. Ein offizieller Boykott wurde nie erklärt, ein offizielles Dementi ebenfalls nicht. Die Folge: Azmouns mögliches Karriereende auf internationaler Bühne droht, bevor die Entscheidung fällt.

Die Nachfolge ist schon geregelt. Dennis Eckert Ayensa fliegt mit. Der Deutsch-Iraner aus Standard Lüttich erhielt die Einberufung, die eigentlich Azmoun zugestanden hätte. 29 Jahre, 1,85 m, Kopfballstärke – und null Nervosität wegen eines Dubaiser Selfies. Für ihn beginnt ein Traum, für Azmoun endet vielleicht einer.

91 Länderspiele, 57 Tore, drei Turniere – die Statistik bleibt, der Rest ist Makulatur. Wenn der Iran tatsächlich das WM-Ticket löst, fehlt der beste Scorer der Geschichte. Wenn nicht, war dieser Freitagabend der Tag, an dem ein Foto mehr wog als jede Sportkarriere.