Inter stolpert in letzten 15 minuten – chivus abwehr rätselt
Der Befreiungsschlag blieb aus. Mit einem 1:1 flüchtet Inter aus Florenz – und trägt den Riss in der Defensive wie ein offenes Wundmal mit nach Mailand. In den letzten Viertelstunden kassierten die Nerazzurri neun der 24 Ligatore. Die Zahlen schreien lauter als jede Pressekonferenz.
Sky-box statt sideline: chivu sah das chaos aus der ferne
Weil Christian Chivu gesperrt auf der Tribüne saß, hatte er nur die Wahl zwischen Fernsehbild und Facepalmen. Zwölf Minuten vor Schluss schlug Vanolis Ndour zu, nachdem Gudmundsson mit einem halbherzigen Schuss Yann Sommer erneht hatte. Der Keeper blieb kleben – und war auf der Sekunde ein Symbol für die Unsicherheit, die sich quer durch die komplette Abteilung frisst.
Die personelle Achterbahn tat ihr Übriges. Erst stellte Chivu Akanji in die Mitte, damit der Schweizer gegen Kean durchstartet. Der Plan ging in die Hose: Kean entwischte zweimal, Augusto sah Gelb und fehlt nun gegen Roma. In der Pause tauschte der Coach auf Innenverteidiger-Eierkopf: Acerbi durfte nach zweimonatiger Quarantäne ran, Akanji rutscht nach rechts, Bisseck nach links. Ergebnis: Bisseck liefert offensive Highlights, die Abwehr aber bleibt ein Puzzle mit fehlenden Kanten.

Torflaute ohne lautaro – der nächste prüfstein heißt roma
Seit drei Liga-Spielen wartet Inter auf einen Sieg. Drei Remis, eine Niederlage, zwei Tore vorne, drei hinten – das ist keine Phase, das ist ein Alarmbild. Ohne Lautaro Martínez fehlt nicht nur ein Kapitän, sondern die mentale Zündschnur. Die Gegner wissen: Wer bis zur 75. Minute durchhält, bekommt seine Chance geschenkt.
Ostern gastiert die Roma in San Siro. Parallel duellieren sich Milan und Neapel. Drei Klubs, ein Punkt Unterschied – und ein Inter, das in den Schlussminuten plötzlich wie ein Kartenhaus auseinanderfällt. Chivu hat 14 Tage, um die Risse zu kitten. Die Uhr tickt lauter als die Curva Nord.
