Inter gegen atalanta: san siro erwartet den nächsten knockout nach dem derby-desaster
Mailand – 15 Uhr, Giuseppe-Meazza-Stadion, 14. März. Die Kurve schreit, doch diesmal klingt ihre Stimme heiser vom letzten Schlag. Der 1:2 im Derby steckt den Nerazzurri noch in den Knochen, und nun kommt eine Atalanta, die nach dem 1:6 in München nur eins will: Wiedergutmachung. Chivu hat die Wahl: entweder die Serie von 14 Siegen und einem Remi wieder entfachen – oder mit zwei Niederlagen in Folge in die Länderspielpause rutschen.
Die zahlen, die inter ängstigen
Neunmal hat Inter die Dea hintereinander geschlagen, seit 2018 kassierte Atalanta hier nicht mal ein Remis. Doch genau diese Statistik macht Trainer Palladino gefährlich. „Wenn so eine Serie reißt, tut das weh – und wir haben nichts zu verlieren“, sagte er nach dem Bayern-Debakel. Seine Startelf wird mutieren: Carnesecchi steht vor der Dreierkette Scalvini–Hien–Ahanor, Zappacosta und Bernasconi sollen die Flügel brandmarken. Vorne lauert Scamacca, der gegen Bayern noch traf und nun gegen seinen Ex-Klub den nächsten Paukenschlag sucht.
Chivu kontert mit dem bewährten 3-5-2. Sommer im Tor, Akanji rechts, Acerbi als Libero, Carlos Augusto links. Die Mittelfeld-Raute um Barella und Zielinski muss die Lücken schließen, die Milan offengelegt hat. Thuram und Esposito erhalten das Vertrauen, obwohl letzterer im Derby den entscheidenden Fehlpass spielte. Die Frage lautet: Hat die Maschine noch Dampf oder knirscht es im Getriebe?

Manganiello, der mann mit der pfeife
Schiedsrichter Gianluca Manganiello aus Pinerolo pfeift sein erstes Inter-Spiel seit dem Supercup 2020. Damals gab er zwei Rote Karten – beide gegen Inter. Das Stadion wird ihn empfangen wie einen unerwünschten Gast. Var-Room sitzen Gariglio und Chiffi, bereit, jede Berührung im Strafraum zu verzögern und zu vergrößern.
DAZN überträgt exklusiv, doch die echten Fans stehen schon seit acht Uhr vor den Drehkreuzen. Sie wollen sehen, ob Inter die Wut umsetzt oder ob Atalanta die Saison doch noch rettet. Die Buchmacher sehen die Heimmannschaft leicht vorn – Tipp 1 bei 1,95 –, aber das war vor dem Derby auch so. Und dann kam der Abend, in dem der Titel plötzlich wieder weit weg schien.
Kurz vor dem Anpfiff flattern die Fahnen, die Trommeln wummern. 75.923 Zuschauer werden laut sein, egal wie die 90 Minuten enden. Für Inter geht es um mehr als drei Punkte: Es geht darum, die eigeneGeschichte nicht zur Farce werden zu lassen. Atalanta will beweisen, dass das 1:6 in München nur ein Ausrutscher war. Wer zuerst trifft, bestimmt den Rhythmus. Wer zuletzt jubelt, bestimmt die Tabelle. Die Uhr tickt – und San Siro atmet tief durch.
