Isaksen hätte fast fürs milan aufgelaufen – heute trifft er mit lazio auf seine fast-klub

Ein Pass, ein Schlenzer, ein Tor – und alles wäre anders gekommen. Gustav Isaksen lief heute Abend fast in Schwarz-Rot auf, stattdessen trägt er das hellblaau der Lazio, wenn er im Olympico gegen das Milan sprintet, das ihn vor 18 Monaten verpasste.

Die heimlichen verhandlungen von furlani und moncada

Sommer 2023. Paolo Maldini ist raus, Geoffrey Moncada und Giorgio Furlani übernehmen das Ruder. Die Scudetto-Elf steht halb links, ganz rechts dagegen ein Loch. Theo Hernández und Rafael Leao machen das Spiel schnell, aber wer schlägt auf der anderen Seite die Hereingaben? In der Excel-Tabelle der Scout-Abteilung tauchen vier Namen auf: Samuel Chukwueze, Christian Pulisic, Jeremy Doku – und ein Däne, den damals selbst in Rom kaum jemand auf dem Zettel hatte: Gustav Isaksen.

Midtjylland hatte ihn für 20 Millionen gelistet. Für Furlani zu viel, für Claudio Lotito ein Schnäppchen. Der Lazio-Präsident zahlte 12 plus vier Boni, weil er sich an die zwei Europa-League-Treffer des Flügelflitzer erinnerte, die sein Team im März 2022 fast blamiert hatten. 5:1 in Herning, 2:1 in Rom – Isaksen traf doppelt. Daten, die in Mailand keiner mehr lesen wollte, nachdem Pulisic und Chukwueze innerhalb von vier Wochen unterschrieben hatten.

Zwei jahre später: 12 lazio-tore gegen fünf von chukwueze

Zwei jahre später: 12 lazio-tore gegen fünf von chukwueze

Die Bilanz seitdem: Isaksen lief in 70 Pflichtspielen auf, erzielte zwölf Tore. Chukwueze kommt auf fünf – und zwei davon traf er gegen Borussia Dortmund und Newcastle, als die Saison längst verloren war. Pulisic liefert, doch rechts neben ihm bleibt ein durstiger Fleck. Alessio Saelemaekers wurde ausgeliehen, zurückgeholt, wieder verliehen. Die Frage, die heute im Olympico durch die Tribüne rauscht: Hätte Isaksen dieses Problem gelöst?

Maurizio Sarri jedenfalls baut den 24-Jährigen fest in sein 4-3-3 ein. Er schickt ihn auf die außen, lässt ihn diagonal nach innen ziehen, genau die Läufe, die Milan-Trainer Stefano Pioli – damals noch im Amt – sich erhofft hatte. Stattdessen muss Piolis Nachfolger Massimiliano Allegri nun genau diese Bewegungen stoppen. Ironie des Fußballs: Der Mann, der das System bricht, hätte beinahe das eigene Trikot getragen.

Die Moral von der Geschichte? Transfer-Rekordlisten vergessen schnell, wer nicht unterschrieb. Aber die Kurve im Olympico wird ihn pfeifen, wenn er sprintet – und ein paar Mailand-Fans werden leise denken: Das hätte unserer sein können.