Infantinos russland-pläne stoßen auf widerstand – kritik aus berlin und brüssel
- Infantinos vorschlag für die rückkehr russlands sorgt für empörung
- Kritik aus der eu: werte sind nicht verhandelbar
- Deutscher bundestag distanziert sich von infantinos plänen
- Ukraine reagiert mit scharfen worten
- Infantino rechtfertigt die diskussion
- Russland zeigt sich offen für eine rückkehr
- Uefa und dfb schweigen
- Hintergrund: suspendierung und frühere kontroversen
Infantinos vorschlag für die rückkehr russlands sorgt für empörung
Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat jüngst die Möglichkeit einer Rückkehr russischer Nationalmannschaften in den internationalen Fußball ins Spiel gebracht. Dieser Vorschlag hat in Berlin und Brüssel zu deutlicher Kritik geführt. Die Reaktion der Fußballverbände blieb zunächst aus. Als leidenschaftlicher Sportliebhaber sehe ich hier eine komplexe Situation, in der politische Erwägungen und sportliche Ideale aufeinandertreffen.

Kritik aus der eu: werte sind nicht verhandelbar
EU-Sportkommissar Glenn Micallef verurteilte Infantinos Äußerungen scharf. Er betonte, dass Werte nicht verhandelbar seien und eine unkritische Rückkehr Russlands als Aggressor eine Bankrotterklärung wäre. Micallef wies darauf hin, dass der Fußball eine globale Verantwortung trägt und die Sicherheitsrisiken sowie den Schmerz, der durch den Krieg verursacht wurde, nicht ignorieren dürfe. Eine Normalisierung sei inakzeptabel.

Deutscher bundestag distanziert sich von infantinos plänen
Auch aus dem Deutschen Bundestag kam deutliche Kritik. Aydan Özoğuz, Vorsitzende des Sportausschusses, bezeichnete die Einbindung Russlands als eine Bankrotterklärung des Sports, insbesondere des Fußballs. Sie warf Infantino vor, den moralischen Kompass verloren zu haben. Es ist wichtig, dass der Sport seine Werte verteidigt und nicht einfach politische Realitäten akzeptiert, die diesen Werten widersprechen.

Ukraine reagiert mit scharfen worten
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nannte Infantino angesichts seiner Forderung „moralisch degeneriert“. Die Situation in der Ukraine ist weiterhin angespannt, und eine Rückkehr Russlands in den internationalen Sport würde als ein Schlag ins Gesicht der ukrainischen Bevölkerung empfunden werden. Es ist verständlich, dass die Ukraine auf diese Weise reagiert.

Infantino rechtfertigt die diskussion
Infantino argumentierte in einem Interview mit der „Weltwoche“, dass die Frage einer Wiedereinbindung Russlands „konkret studiert“ werden müsse. Er betonte, dass der Sport vereinend wirken solle und Sportler, Fans und Kinder nicht für politische Entscheidungen verantwortlich gemacht werden dürften. Er plädierte dafür, dass die Suspendierung russischer Teams zumindest im Jugendbereich aufgehoben werden solle, da sie zu mehr Frustration und Hass führe. Es ist wichtig, dass der Sport eine Brücke bleibt.

Russland zeigt sich offen für eine rückkehr
In Russland wurde Infantinos Vorschlag positiv aufgenommen. Kremlsprecher Dmitri Peskow begrüßte die Äußerungen und sagte, es sei an der Zeit, über eine Rückkehr zu sprechen. Auch Schamil Tarpischtschew, russisches IOC-Mitglied, bestätigte positive Gespräche mit Infantino. Diese Entwicklung zeigt, dass Russland aktiv auf eine Wiedereingliederung in den internationalen Sport hinarbeitet.

Uefa und dfb schweigen
Die UEFA und der DFB äußerten sich bisher nicht zu Infantinos Vorschlag. Der UEFA-Kongress in Brüssel könnte eine Plattform für eine offizielle Stellungnahme bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verbände positionieren werden. Die Entscheidung wird weitreichende Konsequenzen haben und die Glaubwürdigkeit des internationalen Sports auf die Probe stellen.

Hintergrund: suspendierung und frühere kontroversen
Russische Teams sind seit Beginn des Krieges in der Ukraine suspendiert. Die FIFA und UEFA begründeten dies mit Sicherheitsbedenken und der Wahrung der Integrität des Wettbewerbs. Bereits 2018 wurde die WM in Russland ausgetragen, trotz der Annexion der Krim, was zu Kritik führte. Gianni Infantino erhielt damals von Wladimir Putin den russischen Freundschaftsorden.
