Immobile bleibt blank – paris fc zittert ohne seinen superstar
Ciro Immobile traf in 18 Profijahren 321 Mal – doch seit seinem Transfer zum Paris FC zählt nur eine Zahl: 0. Nach fünf Spielen und 320 Minuten ohne Tor schob Coach Antoine Kombouaré den italienischen Rekordmeister am Sonntag in Lyon erstmals auf die Bank. Stattdessen lief der bisher verrissene Mathieu Cafaro mit Spitzenvertreter Krasso auf. Das 1:1 war ein Punkt, aber auch ein Paukenschlag.

Kombouaré setzt auf krasso – immobile kommt erst in der 73.
Die Rechnung des Trainers ging auf, weil Munetsi per Kopf die Führung erzielte. Doch die Symbolik nagt: Der Stürmer, den der Klub für die Rettung holte, durfte nur noch Restluft schnuppern. Drei Ballaktionen, keine Torchance. Dafür sprintete Krasso 35 Meter nach einem langen Ball, vergab, blieb aber Präsenz. Die Kurve jubelte ihm trotz verpasster Großchance zu – und das sagt alles über den aktuellen Stand des ehemaligen Lazio-Kapitäns.
Die Zahlen sind hart. Immobile landete mitten in der Saison in einem Land, das Tempo und Zweikampf über Taktik stellt. Ligue 2 ist kein Sparringsplatz für Legenden, sondern ein Schlagloch voller Athletik. Der 36-Jährige wechselte Familie, Sprache, Spielphilosophie – und merkt, dass seine Bewegungsmuster nicht automatisch zu den Flanken der Außenbahnen passen. Kombouaré lobt nach wie vor die Professionalität, doch wer nicht trifft, wird zum Luxusproblem.
Der Zeitplan wird zum Gegner. Neun Spieltage sind noch zu absolvieren, der Vorsprung auf den Strich beträgt drei Punkte. Ein Auswärtssieg in Lyon hätte die Luft auf sieben Zähler erhöht – das unterblieb. Eigentlich wollte der Paris FC mit Immobile die Hintermannschaften demontieren und die Fans hinter dem PSG wegholen. Stattdessen hält der ehemalige PSG-Coach an seinem 4-2-3-1 fest, das auf Durchbruchskräfte setzt. Der Italiener passt da nur bedingt hinein.
Intern kursiert die Option auf ein weiteres Jahr, doch Klauseln sind Papier. Ohne Tore wird der Verein sie nicht ziehen. Immobile selbst schwieg nach Abpfiff, schlug die Kapuze über den Kopf. Die Nächte in der Hotelresidenz am Bois de Boulogne werden länger, das Selbstgespräch intensiver. Ein Treffer würde alles überblenden – doch genau das ist das Problem: Er muss den ersten treffen, um den zweiten zu erzielen. So funktioniert die Mechanik des Vertrauens.
Die Fans singen noch «Ci-ro!», aber die Stimmen werden leiser. Wer in Ligue 2 nicht liefert, wird schnell zum Auslaufmodell. Immobile kennt diese Härte aus seiner Jugend in Pescara, aus den Abstiegsjahren mit Juve Stabia. Er weiß, dass ein Tor alles umkrempelt. Die Frage ist nur, ob Paris FC noch Geduld mitspielt. Die Tabelle lügt nicht – und sie wartet auf niemanden.
