Ilona löwen verliert krebs-kampf: st. louis trauert mit edu

Ein einziger Tweet reichte, um eine ganze Fußball-Stadt verstummen zu lassen: Ilona Löwen, Ehefrau von Ex-Bundesliga-Profi Eduard Löwen, ist tot. Die 29-Jährige erlag am Montagmorgen ihrem zweijährigen Kampf gegen den Krebs – ein Schicksal, das selbst die hartgesottene MLS-Truppe von St. Louis CITY SC in Trauer versetzt.

„Ein wunderschönes beispiel für liebe, demut und güte“

So beschreibt der Klub die Frau des Mittelfeldspielers, der sich seit 2023 in Missouri die Kämpfe auf dem Platz und neben dem Spielfeld teilt. Die Nachricht kam kurz und ohne Vorwarnung, dafür mit eigenem Pastor Marc Sikma: „Ilonas Leiden ist vorbei, sie ist in der ewigen Gegenwart ihres Erlösers.“ Ein Satz, der bei den Fans für Gänsehaut sorgt – und zugleich die einzige Trostquelle bleibt.

Für Löwen begann der Albtraum im Spätsommer 2023. Bei einer Routine-OP stellten Ärzte einen bösartigen Tumor fest. Seitdem pendelte der frühere U-21-Nationalspieler zwischen Training, Spiel und Klinik, twitterte nur selten, gab keine Interviews mehr. Die Liga verlieh ihm Sonderurlaub, die Mitspieler organisierten stillschweigend Essensketten für die Familie. „Er hat nie gefragt, aber wir wussten, dass er jede Minute braucht“, sagt ein Teamkollege anonym.

Von nürnberg nach st. louis – mit einem koffer voller hoffnung

Die Karriere des 29-Jährigen liest sich wie eine Deutschland-Tour: 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, FC Augsburg, VfL Bochum. Doch erst in den USA sollte er Fußball-Freiheit finden – und dann das private Desaster. Trotzdem lieferte Löwen ab: 7 Tore, 12 Vorlagen in zwei Saisonen, Stammspieler, Publikumsliebling. Die Zahlen wirken nebensächlich, seit das Paar zwei kleine Kinder zurücklässt.

Die Reaktionen überschlagen sich. Die MLS verschiebt das kommende Heimspiel, Fan-Gruppen planen eine Gedenk-Choreo, die Stadtflagge weht auf halbmast. In den sozialen Netzwerken posten Anhänger Fotos von Ilona auf der Tribüne – immer lachend, immer neben Edu. „Das Bild wird mir fehlen“, schreibt ein User, „als wäre das Stadion plötzlich kleiner geworden.“

Für Eduard Löwen beginnt nun die schwerste Saison seines Lebens: allein mit zwei Kindern, ohne seine „Stimme hinter der Linie“, wie er Ilona einmal nannte. Der Verein kündigte an, ihn „so lange zu stützen, wie nötig“. Vertrag bis 2026, Option 2027. Ob er jemals wieder aufläuft, steht in den Sternen. Die nächste Heimpartie wird ohne ihn beginnen – dafür mit Schweigeminute und 20.000 Kerzen in den Stadien. Ein Entscheid, den niemand infrage stellt.

Die Liga verliert an diesem Tag mehr als nur einen Spieler. Sie verliert eine Geschichte, die zeigte: Selbst auf dem grünen Rasen zählt am Ende nur, wer an deiner Seite steht. Ilona Löwen war diese Person. Jetzt bleibt ein Platz im Familienblock leer – und eine Erinnerung, die selbst die lauteste Nordkurve nicht übertönen kann.