Hsvs erfolgsgeheimnis: so findet der aufsteiger seine transfer-perlen
- Hsvs erfolgsgeheimnis: so findet der aufsteiger seine transfer-perlen
- Das scouting-system des hsv: eine detaillierte analyse
- Strategische standorte und kernmärkte
- Otele als sofortige verstärkung
- Der „x-faktor“ und detaillierte datenanalyse
- Vernetzung und späte transfers
- Ausbau des top-talente-scoutings und zukünftige transferstrategien
- Vorbereitung auf das sommer-transferfenster
Hsvs erfolgsgeheimnis: so findet der aufsteiger seine transfer-perlen
Claus Costa, der neue Sportdirektor des HSV, wurde am vergangenen Sonntag in der „Doppelpass“-Sendung als „Diamantenauge aus Hamburg“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist kein Zufall, denn hinter dem Erfolg des Aufsteigers stecken in dieser Saison bereits 15 Neuzugänge – darunter vier allein im Wintertransferfenster. Bemerkenswert dabei: Keiner der Neuen kostete mehr als 2,6 Millionen Euro Ablöse, und viele waren vor ihrer Ankunft selbst für informierte Fans weitgehend unbekannt. Doch diese Neuzugänge funktionieren. Costa betonte auf der letzten Mitgliederversammlung, dass viele dieser Spieler über Jahre beobachtet wurden und dass dies das Ergebnis harter Teamarbeit sei.
Das scouting-system des hsv: eine detaillierte analyse
Neben Claus Costa ist vor allem Chefscout Sebastian Dirscherl für die Kaderplanung verantwortlich. Er leitet ein Team aus zehn Scouts, darunter festangestellte Mitarbeiter, Späher auf Mini-Job-Basis und ein Analysten, der eine eigene Datenplattform für den HSV entwickelt hat. Die meisten Scouts sind nicht in Hamburg stationiert, sondern sind über ganz Deutschland verteilt. Dirscherl selbst arbeitet von Karlsruhe aus und verbringt zwischen den Transferfenstern oft mehrere Wochen nicht an der Elbe.

Strategische standorte und kernmärkte
Der Grund für diese dezentrale Struktur liegt in der besseren Erreichbarkeit von Flughäfen wie Frankfurt oder Straßburg, von denen aus deutlich mehr Scouting-Ziele angeflogen werden können als von Hamburg. Zudem liegen die sogenannten „Kernmärkte“ Frankreich und die Schweiz sehr nahe. So beträgt die Fahrt nach Basel beispielsweise nur zwei Stunden. Aus der Schweiz kam erst vor drei Wochen Flügelstürmer Philip Otele, der zuvor in Litauen, Rumänien und den Vereinigten Arabischen Emiraten spielte.

Otele als sofortige verstärkung
Otele überzeugte bereits im ersten Spiel gegen Heidenheim (2:0) mit einer Torvorlage und ersetzte den gesperrten Jean-Luc Dompé auf überzeugende Weise. Dirscherl betont: „Unser Anspruch ist, dass so ein Spieler bei uns sofort auf dem Radar ist, sobald er in einer Liga wie der Schweiz überzeugt.“ Als Dompé im Winter gesperrt wurde und mehrere Spieler verletzt waren, hatte das Team bereits mehrere Namen vorbereitet.

Der „x-faktor“ und detaillierte datenanalyse
Bei der Sichtung wurde klar, dass Otele den intern so bezeichneten „X-Faktor“ besitzt – ein Element, das ihn über die reinen Daten hinaus von anderen Spielern abhebt. Im Fall des Nigerianers ist dies die Fähigkeit, vor dem gegnerischen Tor häufiger als andere zu einem Torschuss zu kommen. Aus Österreich kam im Sommer Abwehr-Allrounder Nicolàs Capaldo, der als einsatzfreudiger Vizekapitän eine wichtige Stütze des Teams ist. Sprintdaten zeigten, dass er bei der Umstellung auf eine intensivere Spielweise helfen kann.
Vernetzung und späte transfers
Die Scouts kommunizieren über eine WhatsApp-Gruppe, und für Besprechungen reisen sie auch nach Dänemark. Eine Spezialität des HSV sind späte Transfers. Spieler wie Innenverteidiger Warmed Omari, Mittelfeldspieler Albert Sambi Lokonga oder Spielmacher Fábio Vieira waren bereits durch ihre Leistungen bei früheren Vereinen bekannt. Selbst wenn sie zu stärkeren Vereinen wechselten, prüfen Costa und Dirscherl regelmäßig, ob Verletzungen oder mangelnde Einsatzzeit ihre Entwicklung beeinträchtigen und ob der HSV eine geeignete Option für den nächsten Karriereschritt sein könnte.
Ausbau des top-talente-scoutings und zukünftige transferstrategien
Der HSV plant, das Top-Talente-Scouting weiter auszubauen, um in Zukunft verstärkt Transferüberschüsse zu generieren. Ein Beispiel hierfür ist Alexander Røssing-Lelesiit, der im Januar 2025 für 2,8 Millionen Euro von Lillestrøm SK kam. Sein Marktwert ist seitdem von 700.000 Euro auf fünf Millionen Euro gestiegen, und er kommt in dieser Saison auf 15 Einsätze. Um ihn auf dem umkämpften Top-Talente-Markt zu verpflichten, war der HSV besonders früh dran. Nach einem Tor und einer Vorlage in der norwegischen Liga besuchte ein Scout sogar ein Hallen-Testspiel.
Vorbereitung auf das sommer-transferfenster
Bereits jetzt wird das kommende Sommer-Transferfenster vorbereitet. Priorität hat die Suche nach Ersatzkandidaten für Schlüsselspieler wie Vieira oder Luka Vuskovic, sollten diese nach ihren Leihen nicht zurückkehren. Zudem denkt der Klub perspektivisch über eine Betreuerrolle für ausgeliehene Spieler nach, um deren Entwicklung noch besser zu begleiten.
