Hsv-legende hrubesch: glatzel muss kämpfen, kompany ist außergewöhnlich

Horst Hrubesch, HSV-Ikone und eine nahezu unerschöpfliche Quelle an Fußballweisheit, hat in einem exklusiven Interview mit Sport1 Einblicke gewährt, die die deutsche Fußballlandschaft aufmischen. Der 75-Jährige, der sich lieber im ruhigen Kreis seiner Freunde aufhält als im Rampenlicht, sprach über den Wandel im Profifußball, seine Zeit beim DFB und die Zukunft des HSV – und ließ deutliche Worte für Robert Glatzel fallen.

Eine karriere voller prägender momente

Der Name Horst Hrubesch ist untrennbar mit dem Hamburger SV verbunden. Doch seine Karriere reicht weit über diese Erfolge hinaus. Nach Jahren intensiver Arbeit im deutschen Fußball, unter anderem beim DFB, genießt er nun die wohlverdiente Ruhe. „Ich versuche, Rentner zu werden“, schmunzelt Hrubesch, der aber betont, dass der Kontakt zum Fußball weiterhin besteht – sowohl im Männer- als auch im Frauenbereich. Die Frage, ob er jemals Cheftrainer beim HSV geworden wäre, beantwortet er entschieden: „Nein, Traum würde ich nicht sagen. Es gab Anfragen, aber das hat nie gepasst.“

Var und die analyse-wut im modernen fußball

Var und die analyse-wut im modernen fußball

Die Entwicklung des Fußballs hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant verändert. Hrubesch spricht offen über die zunehmende Athletik und Professionalisierung, die das Spiel geprägt haben. „Das Spiel ist deutlich schneller und athletischer geworden.“ Doch nicht alles sieht er positiv. Besonders die allgegenwärtige VAR-Technologie sorgt für Stirnrunzeln. „Ich brauche ihn nicht unbedingt. Ich glaube an gute Schiedsrichter.“ Der Fokus sollte, so Hrubesch, weiterhin auf dem Menschen liegen, auf der Entscheidung des Unparteiischen. Auch die Tendenz zur Überanalyse des Spiels kritisiert er. „Als Trainer musst du dir immer die Frage stellen: Wie gehe ich damit um? Die Basis bleibt entscheidend.“

Glatzel unter druck: „er muss den trainer zwingen“

Glatzel unter druck: „er muss den trainer zwingen“

Ein Thema, das die HSV-Fans umtreibt, ist die aktuelle Situation von Robert Glatzel. Der Angreifer, einst Leistungsträger, steht aktuell nicht im Kader. Hrubesch ist da unmissverständlich: „Die Frage muss er sich selbst stellen.“ Er betont, dass es die Aufgabe von Glatzel sei, den Trainer von seiner Leistungsfähigkeit zu überzeugen. „Er muss den Trainer zwingen, ihn aufzustellen.“ Eine schmerzhafte Situation, aber eine, die im Profifußball nicht selten vorkommt. „Am Ende zählt, was die Mannschaft braucht.“

Kompany: ein außergewöhnlicher kopf

Kompany: ein außergewöhnlicher kopf

Ein anderer Name, der Hrubesch auf den Lippen liegt, ist Vincent Kompany. Der belgische Coach beeindruckt den HSV-Experten. „Ich traue Kompany alles zu.“ Er lobt Kompanys Führungsqualitäten und seine Fähigkeit, die Spieler mitzunehmen. „Er nimmt die Spieler mit und geht auf Menschen zu – das ist entscheidend.“ Hrubesch sieht Parallelen zu einem anderen legendären Trainer: „Er ist ähnlich stark wie Happel im Umgang mit Spielern.“

Die zukunft des hsv und die bedeutung der jugend

Die Frage, wann der HSV wieder international spielen wird, bleibt ein brennendes Thema für die Fans. Hrubesch mahnt Geduld an. „Das wird dauern. Wir brauchen Kontinuität und müssen ein Gerüst für die nächsten Jahre aufbauen.“ Entscheidend für die Zukunft des HSV, wie für den gesamten deutschen Fußball, ist die Nachwuchsarbeit. „Die Nachwuchsarbeit bleibt entscheidend.“

Horst Hrubesch, ein Mann der klaren Worte und der unerschütterlichen Überzeugung, verabschiedet sich. Sein Blick ist nach vorne gerichtet, voller Zuversicht und dem unverkennbaren Glauben an die Kraft des Fußballs. Ein Fußball, der nicht nur Emotionen weckt, sondern auch Werte vermittelt – Werte, die Hrubesch ein Leben lang hochgehalten hat.