Hollenstein: abschied mit hattrick-traum in davos?

Zürcher Eishockey-Legende Denis Hollenstein steht vor seinem Aus bei den ZSC Lions. Nach acht Jahren und dem historischen Meistertitel 2024 winkt nun die ungewisse Zukunft. Kann der 36-Jährige seine Karriere mit einem fulminanten Abschied in den Playoffs gegen den HC Davos krönen?

Die „altersguillotine“ trifft die lions

Die Freude über den Meistertitel, das Bild von Hollenstein, der den Pokal als Erster in den Zürcher Nachthimmel reckte, ist kaum eine Woche her. Sportchef Sven Leuenberger ließ jedoch keine Zweifel: Die Zusammenarbeit endet im Sommer. „Irgendwann trifft die Altersguillotine jeden“, erklärte er gegenüber der NZZ, eine nüchterne Feststellung, die für Hollenstein eine bittere Realität bedeutet.

Denn nach zwei Knieoperationen und einer langen Leidenszeit kämpfte der Flügelstürmer um seinen Platz im Team. Seine Statistiken zeigen deutlich den Wandel seiner Rolle: Nur neun Scorerpunkte in 34 Spielen – der schwächste Wert seiner Karriere. Die Liga ist schneller geworden, und Hollenstein muss sich eingestehen, dass er nicht mehr ganz mithalten kann. Die Eiszeit unter Trainer Marco Bayer sank auf durchschnittlich zwölfeinhalb Minuten. Ein herber Tribut für einen Spieler, der einst zu den Leistungsträgern der Lions zählte.

Historische mission und familiäre verbindung

Historische mission und familiäre verbindung

Doch trotz seiner reduzierten Rolle bleibt Hollenstein eine wichtige Stütze im Team. Das ZSC Lions verfolgt ein historisches Ziel: als erstes Team seit Kloten 1995 den dritten Titel in Folge zu erringen. Eine Mission, die eine besondere Bedeutung für Hollenstein hat, denn sein Vater Felix war in den 90er Jahren bei Kloten eine Legende. Der Weg zum Hattrick führt über den HC Davos. Gegen den Qualifikationssieger agiert der ZSC als leichter Favorit und muss den Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen.

Die Playoffs sind seine letzte Chance, sich gebührend zu verabschieden. Ob ein neues Engagement im Eishockey-Business wartet oder der Wechsel ins Trainerfach ansteht, lässt Hollenstein offen. „Wenn wir unser bestes Hockey zeigen, haben wir gute Chancen“, sagt er mit Nachdruck und konzentriert sich nun voll und ganz auf die anstehende Aufgabe. Er will nicht als Statist gehen, sondern mit einem Paukenschlag in den Ruhestand treten – und vielleicht gelingt ihm ja doch noch der perfekte Hattrick zum Abschied.