Hofmeister krönt comeback mit doppel-podest – doch ein fehler bremst den traum vom 30. sieg

Ramona Hofmeister spuckt Schnee, atmet durch, lacht. Dritter Platz in Val St. Come – und das zwei Tage nach ihrem ersten Saisonsieg. Die 29-Jährige fuhr am Sonntag erneut aufs Podest, musste aber eine harte Lektion hinnehmen: Ein einziger Quersteher riss sie aus dem Rhythmus, kostete ihr die Führung und den 30. Weltcupsieg.

Die Kurve im mittleren Streckenabschnitt war tiefer als erwartet. Hofmeister rutschte weit nach außen, der Rückstand wuchs, der Kopf schaltete auf Zurück. Sie nahm die nächsten Tore nicht mehr mit. „Die Piste war am Ende eine Schlachtfeld-Fahrbahn. Hart. Tief. Man musste sich durchbeißen“, sagt sie, noch mit Zitterstimme, aber lachend. „Trotzdem: ein geiles Wochenende.“

Lucia dalmasso nutzt den moment und sichert italien den doppelsieg

Lucia dalmasso nutzt den moment und sichert italien den doppelsieg

Hinter der Olympiadritten Dalmasso und ihrer Landsfrau Jasmin Coratti landete Hofmeister vor Kanadas Kaylie Buck. Für Deutschland blieb nur Bronze, für Italien der perfekte Double. Das Finale in Winterberg rückt näher – und mit ihm die letzte Chance, die Gesamtwertung noch zu drehen.

Die Saison ist Hofmeister’ persönliche Achterbahn. Nach dem Sprungbeinbruch im September war sie erst im Januar zurück, um in Livigno noch Olympia-Air zu schnuppern. Dort scheiterte sie im Viertelfinale. Nun der nächste kleine Rückschlag, aber auch der Beweis: Ihr Körper hält, ihr Kopf auch.

Bei den Männern schied Stefan Baumeister im Viertelfinale gegen Arvid Auner aus, den Sieg sicherte sich Österreichs Benjamin Karl. Baumeister, der in der Quali von Peking schon früh das Nachsehen hatte, verlässt Kanada mit leeren Händen. Die deutsche Snowboard-Hoffnung trägt weiterhin das Gesicht von Ramona Hofmeister – und das ist nach dem Wochenende in Val St. Come ein wenig müder, aber strahlender denn je.