Hoffenheim stolpert zum schlechtesten zeitpunkt – champions-league-traum droht zu platzen
Die TSG Hoffenheim erlebte in Leipzig eine Demontage, die weh tut. 0:4 nach 34 Minuten, 0:6 nach 70 – die Kraichgauer kassierten ihre höchste Saisonniederlage und rutschten auf Platz sieben ab. Die Luft für den Champions-League-Traum wird dünner.
Die form-delle kommt zum killer-zeitpunkt
Noch vor der Länderspielpause hatte Hoffenheim mit fünf Siegen aus sechs Spielen die Konkurren gejagt. Drei Spiele später steht nur ein Punkt aus Wolfsburg zu Buche, dazu das Debakel in der Red-Bull-Arena. Die Statistik spricht Bände: Seit Februar kassierte die TSG 13 Gegentore in drei Partien – mehr als in den 13 Spielen zuvor zusammen.
Trainer Pellegrino Matarazzo hatte schon nach dem 1:1 gegen Wolfsburg vor „einer kritischen Phase“ gewarnt. Seine Mannschaft spielte in Leipzig wie betaubt: Zweikampfquote 38 Prozent, nur zwei Torschüsse bis zur Pause, dazu drei individuelle Fehler, die direkt zum Gegentor führten. „Wir haben den Anschluss verloren“, sagte Kapitän Oliver Baumann sichtlich mitgenommen. „Das darf uns nicht noch einmal passieren.“
Die kämpferische Komponente fehlte komplett. RB lauerte auf jeden Ballverlust, Hoffenheim stand zu tief, zu passiv, zu ängstlich. Die Leipziger verwandelten die Partie in eine Tempovorstellung, die an die 9:0-Pleite der Bayern gegen Darmstadt erinnert – nur dass diesmal Hoffenheim die Rolle des Statisten übernahm.

Die tabelle lügt nicht
Mit 45 Punkten ist Hoffenheim nur noch zwei Zähler vor dem Sechsten Frankfurt, der ein Spiel weniger ausgetragen hat. Die direkten Konkurrenten Leipzig, Dortmund und Union haben die TSG bereits abgehängt. Sollte Frankfurt sein Nachholspiel gewinnen, rutscht Hoffenheim auf Rang acht – und damit raus aus allen internationalen Plätzen.
Der Blick auf das Restprogramm zeigt: Es wird eng. Gegen Bayern und Leverkusen warten die Top-Clubs, dazwischen das Revierduell bei Bochum, das sich aktuell im Abstiegskampf abmüht. „Wir müssen jetzt alle zusammenstehen“, forderte Sportdirektor Alexander Rosen. „Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber wir haben uns selbst unter Druck gesetzt.“
Die Verletzungsmisere verschärft die Lage. Mit Grillitsch, Bebou und Promel fehlten drei Leistungsträger in Leipzig, Kramarić laboriert an der Hüfte. Die Bank ist dünn, die Frische fehlt. Matarazzo muss seine Startelf neu erfinden – und das in einem Tempo, das der Saisonende-Terminkalender erfordert.
Die Fans reagierten mit gemischten Gefühlen. Auf Social Media kursiert das Hashtag #MatarazzoRaus, gleichzeitig mahnt der Vorstand Geduld an. „Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir zurückkommen können“, erinnert Rosen an den Aufschwung nach der Winterpause. Doch die Uhr tickt. Noch sieben Spiele, noch 21 Punkte – und ein Traum, der plötzlich wieder ganz klein wirkt.
Die TSG muss jetzt liefern, sonst wird aus dem Traum vom internationalen Geschäft schnell die Realität der leeren Europacup-Tage. Die Kasse braucht die Millionen, die Mannschaft das Selbstvertrauen. In Hoffenheim wissen sie: Gegen Bochum beginnt der Endspiel-Modus. Ein weiterer Rückschlag, und die Luft ist endgültig raus.
