Hoeneß zündelt nach bayer-remis – dfb prüft einschüchterungs-vorwurf
Die 96. Minute war eigentlich rum, da flog Uli Hoeneß in der Mixed-Zone vor Wut noch einmal zu einer Sprint-Start. „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Gespanns, die ich je in der Bundesliga gesehen habe“, donnerte Bayerns Ehrenpräsident und ließ Christian Dingert, der sich gerade selbst für die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz entschuldigt hatte, in den Schatten stellen.

Der dfb reagiert – und zeigt hoeneß die rote karte
Statt die Eigentor-Show des Unparteiischen zu kommentieren, schaltete der Verband innerhalb von zwei Stunden auf „Angriff“. Der Vorwurf: Einschüchterung und Herabwürdigung. Wird das Verfahren rollen, droht Hoeneß erstmals seit seiner Haftstrafe ein öffentlicher Prozess – diesmal vor dem Sportgericht.
Die Szene, die den Sturm auslöste, wirkt auf den zweiten Blick wie ein Dokument über Selbsttäuschung. Díaz stolpert, Dingert sieht Schwalbe, Karte. Video-Beweis? Fehlanzeige. Die Katastrophe perfekt. „Wir haben gespürt, dass der Schiri nach dem Fehler nur noch Feuer löschen wollte“, sagte ein Bayern-Angestellter anonym. „Die Partie kippte psychologisch.“
Leverkusen nutzte die Verunsicherung, schraubte das Pressing hoch, und plötzlich stand es 1:1. Die Tabellenführung dahin, die Serie gerettet – aber der Schiedsrichter steht als Prügelknabe da. „Wenn selbst der Ref nach dem Spiel klein beigibt, weißt du, dass etwas faul ist“, murrt Hoeneß und spielt auf Dingerts Eingeständnis an, die Szene „im Nachhinein anders bewertet“ zu haben.
Doch der Ehrenpräsident übersieht, dass sein Klub selbst die Kontrolle verlor. 61 % Ballbesitz, aber nur zwei Torschüsse nach der Ampelkarte. „Wir haben den Kopf verloren, nicht der Schiri“, sagt ein Co-Trainer intern. Die Statistik liefert den Beweis: Keine einzige klare Chance mehr nach der 73. Minute.
Für den DFB ist die Sache klar: Kritik ist erlaubt, Diffamierung nicht. Hoeneß’ Wortwahl „schlechteste Leistung“ klingt für die Juristen wie eine Kampfansage. Sollte das Verfahren landen, droht ein Stadionverbot oder Geldstrafe in Höhe von 50 000 Euro – für einen Milliardenklub Peanuts, für die Symbolik ein Einschlag.
Leverkusen selbst hält sich raus. „Wir freuen uns über den Punkt, alles andere ist Bayern-Interna“, sagt Sportchef Simon Rolfes. Die Fans feiern trotzdem: Erstmals seit 2019 blieb Bayer gegen die Münchner ungeschlagen. Die Meisterfrage bleibt offen, die Schiedsrichterfrage nicht.
Hoeneß wird sich entschuldigen müssen, das ist so sicher wie ein Neuer-Fußabstrahl. Die Frage ist nur, ob er dabei lügt – oder endlich zugibt, dass auch der FC Bayern mal die eigene Nervenkontrolle verloren hat. Dann wäre die Schwalbe endlich vom Tisch.
