Hoeneß schlägt zurück: „das war diebstahl, kein schiedsrichterfehler“

Uli Hoeneß schlägt erneut zu – und diesmal trifft seine Wuchtbrümausgabe mitten ins Herz des Schiedsrichterwesens. Fast eine Woche nach dem 2:2 in Leverkusen, das den Bayern die Tabellenführung kostete, brennt der Ehrenpräsident weiter auf offener Flamme. „Ich werfe keine Beleidigung, ich stelle eine Tatsache fest: Das war Diebstahl, kein Schiedsrichterfehler“, sagt er im Sportstudio, während seine Stimme zwischen Genick und Galle schwankt.

Christian Dingert steht erneut am Pranger. Der Referee hatte zwei Bayern-Tore annulliert, zwei Leverkusener vom Platz geschickt und dabei laut Hoeneß „jede einzelne Entscheidung gegen uns gefällt“. Der 74-Jährige zitiert sich selbst, Bild-Zeitung tut’s gleich: „Schlechteste Leistung eines Schiri-Teams, die ich je erlebt habe.“ Kein Nachgeben, keine Entschuldigung, nur pure Verärgerung, die sich in Echtzeit ausbreitet.

Die zahlen sprechen gegen dingert – und hoeneß nutzt sie als keule

Die zahlen sprechen gegen dingert – und hoeneß nutzt sie als keule

Die Statistik liefert Munition: 28 Pfiffe, 6 gelbe Karten, 2 Rote, 2 abgepfiffene Tore – alles gegen die Bayern, alles in 90 Minuten. Hoeneß schüttelt den Kopf, als hätte er Zahnschmerzen: „Wenn das kein System ist, dann bin ich Pottwaltrainer.“ Die Sendungsmoderatoren versuchen, auf den internationalen Aktionstag gegen Rassismus zu lenken, doch Hoeneß lenkt zurück zum Spielfeld, wo er sich am wohlsten fühlt: in der Zone des Angriffs.

Für die Liga könnte das Nachspiel teuer werden. Der DFB prüft ein Ermittlungsverfahren wegen „unsportlichem Verhalten“, was Hoeneß mit einem schnaubenden Lachen quittiert: „Dann untersuchen sie mich, ich untersuche sie – wir sehen uns im Gerichtssaal.“ Sein Anwalt ist bereits informiert, die Akten liegen bereit. Es ist nicht das erste Mal, dass Hoeneß den Verband vor den Kadi zerrt; es könnte das spektakulärste werden.

Am Ende bleibt ein Satz, der in den Katakomben der Allianz Arena nachhallen wird: „Wenn wir nicht aufpassen, klauen sie uns auch noch die Meisterschaft.“ Es klingt wie eine Drohung und wie eine Kampfansage zugleich. Der Saisonendspurt beginnt, der alte Revanchist ist zurück – und er hat noch nicht einmal angefangen, richtig sauer zu sein.