Hoeneß' alter vorwurf trifft eberl: jetzt droht ein debakel

Max Eberl saß in der Sky-Show „Reif ist live“ auf dem heißen Sessel – und merkte nicht, dass sich hinter ihm schon die Schatten der Vergangenheit zusammenbrauten. Denn was Uli Hoeneß vor Jahren einmal über genau diese Situation gesagt hat, holt den Bayern-Sportvorstand nun selbst ein.

Die szene, die alles auslöste

Die szene, die alles auslöste

Kurz nach Mitternacht lief die Sendung, da sprach Moderator Marcel Reif ein Satz, der Eberl sichtlich verkrampfen ließ: „Sie wissen, dass Uli Hoeneß 2019 gesagt hat, wer länger als drei Monate über einen Abgang nachdenkt, der sollte gehen.“ Eberl schluckte. Die Kamera zoomte auf sein Gesicht. Die Bilder gingen viral – und plötzlich war klar: Der ehemalige Leipzig-Manager steht erneut mit dem Rücken zur Wand, diesmal aber nicht in Sachsen, sondern an der Säbener Straße.

Der Vorwurf ist alt, aber brisant: Hoeneß hatte damals die Wechsel-Diskussion um Spieler wie Lewandowski oder Thiago kommentiert. Wer lange zögere, dem fehle die nötige Identifikation. Nun trifft genau diese Maxime Eberl selbst. Seit Wocen brodelt es, dass er mit Chelsea und Manchester United liebäugelt. Intern heißt es, die Bosse hätten ihm schon vor dem Länderspiel gegen Frankreich ein Ultimatum gestellt: Entscheid dich – oder wir treffen die Entscheidung für dich.

Die Zahl, die die Bayern-Führung beschämt: Laut BILD-Informationen soll Eberls Berater bereits vor 97 Tagen Kontakt zu anderen Klubs aufgenommen haben. Fast hundert Tage sind vergangen, ohne dass der 50-Jährige sich klar positioniert hat. Für Hoeneß ein unhaltbarer Zustand. „Wir sind kein Wohlfühlclub“, zitiert ihn ein Vereinsinsider. „Wer hier nur mit halbem Herzen dabei ist, passt nicht mehr.“

Die Ironie: Eberl galt als Hoffnungsträger, der die verkrusteten Strukturen im Nachfolger von Hasan Salihamidžić modernisieren sollte. Doch nun steht er selbst für genau jenes Zögern, das Hoeneß einst als „Krebsgeschwür“ bezeichnete. Die internen Rufe nach einer klaren Trennung werden laut. Präsident Herbert Hainer will sich auf der morgigen Pressekonferenz nicht äußern. Doch hinter den Kulissen sickert durch: Ein Aufsichtsrats-Sondersitzung ist für Freitag angesetzt. Das Thema: „Personalmaßnahme Sportdirektion“.

Für Eberl bleiben womöglich nur noch Stunden. Die Show von gestern war mehr als ein PR-Gag – sie war die öffentliche Vorführung eines Mannes, der mit seinem eigenen Zögern das einstige Hoeneß-Prinzip brach. Und sich damit selbst zum Bumerang machte.