Historischer triumph: deutscher holt college-basketball-krone!
Ann Arbor, Michigan – Die Michigan Wolverines haben im Finale der diesjährigen NCAA Basketball Meisterschaft UConn mit 69:63 bezwungen und damit eine denkwürdige Saison abgeschlossen. Doch der größte Triumph für Deutschland: Malick Kordel, ein junger Mann aus Oberhausen, feierte seinen ersten großen Erfolg in den USA – auch wenn es für ihn persönlich nur die Bankrolle bedeutete.
Die lange reise und die herausforderungen für deutsche talente
Kordels Leistung mag im Schatten des Mannschaftserfolgs stehen, aber seine Anwesenheit markiert einen wichtigen Moment für den deutschen Basketball. Immer mehr junge Talente aus der Easycredit Basketball Bundesliga wagen den Sprung über den Atlantik, angelockt von den lukrativen NIL-Deals, die an amerikanischen Elite-Universitäten gezahlt werden. Doch der Weg zum Erfolg ist steinig und die Rückkehr in die BBL alles andere als garantiert.
Jan Jagla, erfahrener Spielerberater und Ex-Nationalspieler (141 Länderspiele), mahnt im Podcast „Dyn Timeout“ zur Vorsicht. „Ich glaube nicht, dass jedes Jahr eine signifikante Anzahl von Spielern tatsächlich BBL-relevant zurückkehrt“, so Jagla. Er schätzt die Zahl auf fünf bis acht Spieler pro Jahr – eine bescheidene Perspektive angesichts des Hypes um die amerikanischen College-Ligen.

Wer kehrt zurück? und wer muss sich neu erfinden?
Ein Name, der in diesem Zusammenhang oft fällt, ist Dwayne Koroma, der UConn-Vize im Finale. Der Berliner Center, der bereits sechs Jahre an verschiedenen Colleges verbrachte, muss sich seiner Ansicht nach neu erfinden. „Er muss sich einen 24-Stunden-Dennis-Rodman-Film ansehen und versuchen, das auf europäischem Spitzenniveau zu kopieren“, empfiehlt Jagla. Es gilt, eine herausragende Defensive und unbändigen Einsatzwillen zu entwickeln.
Auch Flügelmann Michael Rataj (Baylor) scheint noch nicht den Traum von der NBA aufgegeben zu haben und versucht, sich über Probetrainings zu empfehlen. Christoph Tilly (Ohio State) steht ebenfalls vor der Entscheidung, ob er in Europa oder in den USA seine Karriere fortsetzt. Jagla hält es für wahrscheinlicher, dass beide in Europa landen, da ihnen in der NBA die „Elite-Fertigkeit“ fehlt – insbesondere das zuverlässige Wurfspiel.
Ein Lichtblick: Lamin Sabally (Iona), der Bruder der Berliner WNBA-Stars Satou und Nyara, könnte hingegen eine ernstzunehmende Option für die BBL darstellen. Seine Energie und sein Zug zum Korb könnten einen entscheidenden Vorteil generieren – trotz seiner schwachen Dreierquote.
Während Spieler wie Lennart Weber (Bryant), Alexander Richardson (Loyola), Daniel Helterhoff (Rider) und Collin Metcalf (Maryland) wohl eher weniger Chancen auf einen BBL-Platz haben, bleibt die Frage, ob sich die deutschen Basketball-Fans bald wieder vermehrt auf Spieler aus den amerikanischen College-Ligen freuen können. Der historische Erfolg von Malick Kordel ist ein Anfang, aber der Weg ist noch lang.
Die Zahl der deutschen Spieler in der NCAA mag steigen, aber die Frage bleibt: Wie viele werden tatsächlich den Sprung in die BBL schaffen und dort nachhaltig bestehen?
