Hfc-führung zerfällt: fox tritt sofort zurück
Der Hallescher FC verliert mit Dr. Jürgen Fox innerhalb von nur 14 Tagen zweite Führungskraft – und das kurz vor dem Saisonendspurt. Der 58-jährige Präsident schmiss das Handtuch, nachdem der Verein überraschend auf den Lizenzantrag für die 3. Liga verzichtet hatte.
Die kasse statt der klassenerhalt
Fox, seit Januar 2024 im Amt, schrieb den Mitgliedern: „Es ist für den HFC und alle Beteiligten nunmehr die beste Lösung, wenn ich mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausscheide.“ Der Bankvorstand will sich künftig auf seine Chefetage bei der Saalesparkasse konzentrieren – ein Signal, dass der Regionalligist finanziell auf Tauchstation steht.
Die Entscheidung schwappt bis in die Kurve. Fanvertreter hatten Fox öffentlich vorgeworfen, die Lizenzunterlagen absichtlich nicht einzureichen, um eine erneute Aufstiegsbelastung zu vermeiden. Die Folge: Proteste vor der Stadtgalerie, Plakate mit „Fox verpfeifft den HFC“ und ein offener Brief, der die Vereinsspitze zum Rücktritt aufforderte.

Elf spiele ohne niederlage – umsonst?
Cheftrainer Robert Schröder hatte seine Mannschaft auf Schleichfahrt gebracht: zehn Spiele ohne Pleite, 23 Punkte aus neun Runden, Tabellenplatz drei – nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter Lok Leipzig. Die sportliche Trendwende wollte niemand mehr feiern, seit klar ist: Selbst der Meister rutscht maximal in die Relegation, weil der Klub die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht bescheinigt bekam.
Vorstandskollege Andreas Muth versuchte, die Risse zu kitten: „Wir respektieren diese Entscheidung und sind dankbar für die geleistete Arbeit.“ Doch intern brodelt es weiter. Nach der Trennung von kaufmännischen Leiter Robert Marien fehlt nun auch die sportliche Oberbefehlsgewalt. Die nächste Mitgliederversammlung am 29. März droht zur Schlammschlacht zu werden.
Der HFC, 2014 aus der 3. Liga abgestiegen, schien auf dem Sprung zurück in die Profis. Stattdessen rückt der Amateurbetrieb näher. Die Lizenzverweigerung kostet den Verein mindestens 2,5 Millionen Euro an TV- und Sponsorengeldern – Geld, das für Infrastruktur und Nachwuchs dringend fehlt.
Für Fox endet ein neunjähriges Mandat als Vize und 14 Monate als Präsident. Die Bilanz: ein enttäuschter Aufstiegstraum, eine verschleppte Sanierung und ein Verein, der am Freitagabend vor allem eins war – wieder kopflos. Die Fans singen zwar weiter „Aufstiegsmusik“, doch wer den Ton angibt, steht derzeit nicht im Kraichgau, sondern in der Roten Turmstraße: die Sparkasse.
